Palmitoleinsäure: Das gesunde Geheimnis von Macadamia

Macadamia-Nüsse enthalten große Mengen an Palmitoleinsäure, einer ungesättigten Fettsäure, die vielen Konsumenten unbekannt ist. US-Wissenschaftler der San Diego University haben daher einen näheren Blick auf diese Substanz geworfen - und dabei erstaunliche Kapazitäten für unsere Gesundheit entdeckt.

Dass der Verzehr von Nüssen einen günstigen Einfluss auf die Gesundheit hat, ist schon länger bekannt. Doch die ursprünglich aus Australien stammende Macadamia-Nuss fiel in dieser Hinsicht erst in den letzten Jahren auf. So dauerte es bis zum Jahre 2017, dass die U.S. Food and Drug Administration den Anbietern von Macadamia erlaubte, ihr Produkt im Zusammenhang mit einer Senkung des Risikos für koronare Herzerkrankungen zu bewerben.(1) Sie wurde damit auf eine Stufe mit Pistazien, Walnüssen, Mandeln und anderen Nüssen gestellt, was die Prävention von Herzerkrankungen angeht.

Tatsächlich sollte man aber nicht nur nach den Gemeinsamkeiten von Macadamia und anderen Nüssen suchen. Denn da gibt es große Unterschiede in der Zusammensetzung. So ist der Eiweißanteil in Macadamia mit acht Prozent relativ gering, ihr Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren hingegen mit 45 Prozent relativ hoch. Überragend ist aber, dass bis zu 36 Prozent ihrer Fettsäuren aus Palmitoleinsäure bestehen, was rund sechs Mal so viel ist wie bei den meisten anderen Nüssen.(2) Ein Forscherteam der San Diego University hat nun einen näheren Blick auf diese Substanz geworfen - und ihr Resümee lässt erwarten, dass von Macadamia im Hinblick auf ihre gesundheitlichen Effekte noch viel zu erwarten ist.(3)

Demzufolge unterstützt Palmitoleinsäure das Wachstum des Herzmuskels und die Funktionen seiner Blutgefäßwände. Zudem fungiert sie im Körper wie ein Hormon, das die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöht und umgekehrt die LDL-Cholesterinwerte im Blut und die Fetteinlagerungen in der Leber reduziert. Als so genanntes „Lipokin" (zusammengesetzt aus den griechischen Wörtern für Fett und Bewegung) ist sie ein Signalmolekül, das Muskel- und Fettgewebe besser miteinander kommunizieren lässt. Dadurch können die Muskeln leichter Fette zur Energiegewinnung heranziehen. Was nicht nur das Fettgewebe reduziert, sondern auch im Ausdauersport sehr nützlich sein kann, weil der Körper dort mit zunehmender Belastungsdauer auf Fette als Energielieferanten zurückgreifen muss. Wer also einen Langlauf oder sogar einen Triathlon plant, sollte dabei Macadamia-Nüsse für die Verpflegung einkalkulieren.

Studien belegen außerdem, dass Palmitoleinsäure ein effektiver Entzündungshemmer ist, und zwar gerade in Gewebe, in dem große Stoffwechselaktivitäten herrschen. Wer also unter heißen, schmerzenden Gelenken leidet, wie es beispielsweise bei Gicht der Fall ist, könnte ebenfalls einen Versuch mit Macadamia-Nüssen starten. Wissenschaftliche Belege dafür fehlen zwar noch - doch ein Versuch kann ja auch nicht schaden.

Besser sieht es dafür mit der Studienlage im Hinblick auf den positiven Herz-Kreislauf-Effekt der Macadamianüsse aus. Australische Wissenschaftler setzten 17 hypercholesterinemische Probanden (sie hatten also erhöhte Cholesterinwerte) auf eine Diät mit 40 bis 90 Gramm Macadamianüssen pro Tag.(4) Der Beobachtungszeitraum betrug vier Wochen, und die Forscher erfassten die oxidativen und entzündlichen Vorgänge, die sich im Blutplasma durch entsprechende Marker (8-Isoprostan, Leukotrien) nachweisen lassen. Diese Messungen werden im Hinblick auf das Risiko koronarer Herzerkrankungen als noch wichtiger eingestuft als die „reinen“ Cholesterinwerte, weil sie konkretere Hinweise auf krankhafte Veränderungen an den Blutgefäßen liefern.

Die Entzündungsmarker gingen bei den Macadamia-Probanden um 25 und die Stress-Marker um zehn Prozent zurück. Dies spricht dafür, dass sich mit einer Macadamia-reichen Ernährung das Risiko von koronaren Herzerkrankungen verringern lässt.

Dr.Jörg Zittlau

Literaturübersicht
  1. https://www.fda.gov/Food/NewsEvents/ConstituentUpdates/ucm568052.htm
  2. Aquino-Bolanos EN u.a., Fatty acids profile of oil from nine varieties of Macadamia nut, International Journal of Food Properties, 20 (2017): 1262–1269
  3. Wei Hu u.a., A review of biological functions, health benefits, and possible de novo biosynthetic pathway of palmitoleic acid in macadamia nuts, Journal of Functional Foods 62 (2019): 103520
  4. Garg, ML u.a., “Macadamia nut consumption modulates favourably risk factors for coronary artery disease in hypercholesterolemic subjects”, Lipids 2007; 42(6)