Mit Nüssen gegen Bluthochdruck

Studie zeigt: Besonders Pistazien senken die Blutdruckwerte

Keine Schmerzen, keine Übelkeit, noch nicht einmal ein roter Kopf – der Bluthochdruck ist besonders heimtückisch, weil man seine Entstehung in der Regel nicht bemerkt. Etwa jeder fünfte Bundesbürger hat einen systolischen Blutdruckwert von über 160 mmHg, und jeder vierte der über 60jährigen kann umgekehrt sogar froh sein, wenn er einen normalen Blutdruck von rund 120/80 mmHg hat. Eine Volkserkrankung also. Und eine mit schwerwiegenden Folgen, denn der erhöhte Druck in den arteriellen Blutgefäßen erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Gründe genug also, der Hypertonie nicht nur therapeutisch, sondern auch vorbeugend entgegen zu steuern. Dabei wird auch die Ernährung diskutiert, beispielsweise in Gestalt einer Salz-, Fett- und Kalorienreduktion. Doch einige Experten betonen, dass man nicht nur im Blick haben sollte, was man im Speiseplan weglassen könnte, sondern auch, ob man ihn nicht durch bestimmte Nahrungsmittel ergänzen sollte. So haben Wissenschaftler in den letzten Jahren verstärkt Hinweise dafür gefunden, dass Nüsse eine solche Ergänzung sein können. Ein iranisch-spanisch-kanadisches Forscherteam sah daher die Zeit dafür gekommen, dieses Datenmaterial zu sammeln und einer eingehenden Analyse zu unterziehen (1).

Man fand 21 brauchbare klinische Studien mit insgesamt 1652 Probanden, in denen die Wirkungen des Nussverzehrs auf den Blutdruck von Menschen untersucht wurden. Dabei zeigten sich gerade Pistazien als effektiver Senker des oberen (systolischen) Blutwertes, und zwar um durchschnittlich 2 mmHG. Für andere Nüsse ließ sich ein ähnlicher Effekt nur dann beobachten, wenn die Patienten nicht unter Diabetes vom Typ 2 litten. Den unteren (diastolischen) Wert drückten hingegen die Nussmischungen mit 1,2 mmHg etwas stärker nach unten als die Pistazien mit 0,8 mmHg. Insgesamt bescheinigt aber Studienleiter Noushin Mohammadifard von der Isfahan University of Medical Sciences Isfahan den Pistazien „den stärksten Effekt auf die Senkung der oberen und unteren Blutdruckwertes“.

Diese Befunde decken sich mit anderen Studien, in denen sich der regelmäßige Nussverzehr als Schutz vor Infarkten und Schlaganfällen offenbart hat. Als Ursache für den Blutdruck senkenden Effekt von Nüssen vermutet Mohammadifard weniger deren ungesättige Fettsäuren, als vielmehr deren Ballaststoffe, Vitamine, Flavonoide und Phytosterine. Gerade von letzteren ist schon länger bekannt, dass sie den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel im Blut senken. Diese Fettverbindungen können dadurch nicht mehr wie sonst zur Entstehung der Arteriosklerose, also zur Verhärtung der Blutgefäße beitragen.

Pistazien enthalten besonders große Mengen an Phytosterinen. „Außerdem sind sie reich an Lutein, Beta-Carotin und Vitamin E“, betont Mohammadifard. Dadurch könnten sie wirksam die oxidativen Prozesse an den Blutgefäßwänden eindämmen, die ebenfalls zu den Risikofaktoren für Arteriosklerose zählen.

Konkrete Dosierungsempfehlungen haben die Forscher aus ihren Daten nicht ableiten können. In einer der von ihnen ausgewerteten Studien (2) zeigte die geringere Dosis Pistazien (30 Gramm pro Tag) sogar einen stärkeren Blutdruck senkenden Effekt als die höhere (60 Gramm pro Tag). Diese senkte dafür stärker den Ruhepuls der Patienten – und das schützt ja ebenfalls vor Herz-Kreislauf-Problemen.

Literaturübersicht
  1. Mohammadifard N u.a., „The effect of tree nut, peanut, and soy nut consumption on blood pressure: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled clinical trials“, Am J Clin Nutr, March 25, 2015; doi: 10.3945/ajcn.114.091595
  2. West SG u.a., “Diets containing pistachios reduce systolic blood pressure and peripheral vascular responses to stress in adults with dyslipidemia”, Hypertension, Juli 2012;60(1): 58ff; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.111.182147