Mandeln liefern viel weniger Kalorien als gedacht

Mandeln gelten gemeinhin als sehr kalorienreich, weswegen sie gerade von Menschen gemieden werden, die ihr Körpergewicht abbauen wollen. Doch offenbar machen sie damit, wie jetzt eine Studie im Auftrag des United States Department of Agriculture ermittelt hat, genau das Falsche(1).

Denn Mandeln verdanken ihr Image als Kalorienbombe dem so genannten Atwater-Messverfahren, bei dem der Energiewert eines Nahrungsmittels durch Verbrennung im Labor und isoliert von anderen Lebensmitteln erfasst wird. Doch dies entspreche ja, wie die amerikanischen Studienautoren betonen, nicht dem komplexen Ernährungsalltag. Entscheidend für den konkreten Kalorienwert eines Nahrungsmittels sei vielmehr, wie ein Nahrungsmittel zusammen mit anderen Lebensmitteln verdaut und verstoffwechselt wird. Die Wissenschaftler überprüften daher im Test an 18 Versuchspersonen, inwieweit Mandeln im Rahmen einer üblichen Alltagsernährung tatsächlich zur Kalorienversorgung beitragen - und dabei schnitten sie ganz anders ab, als man von der bisherigen Einschätzung vermuten durfte.

Demnach liefert eine Portion (28 Gramm) der Nussfrüchte nicht etwa 168 Kilokalorien, wie bisher angenommen, sondern nur 129 Kilokalorien. „Wurden 84 Gramm Mandeln in die tägliche Nahrungsaufnahme integriert, ging die Energieverdaulichkeit im Gesamten um fünf Prozent zurück“ erklärt Studienleiterin Janet Novotny. „Daher würde die Integration von 84 Gramm Mandeln am Tag anstelle von leicht verdaulichen Lebensmitteln für Menschen mit einer täglichen Energiezufuhr zwischen 2000 und 3000 Kcal zu einer verringerten Energieaufnahme von 100-150 kcal pro Tag führen. Im Rahmen einer Diät könnte dieser Unterschied zu einem Gewichtsverlust von mehr als einem halben Kilogramm pro Monat führen."

Fazit: Mandeln taugen durchaus zum Bestandteil einer kalorienreduzierten Kost. Vermutlich deswegen, weil die ungesättigten Fettsäuren der Nussfrüchte im menschlichen Körper weniger für die Energiezufuhr, als vielmehr für physiologische Funktionen wie etwa den Aufbau von Nervenzellmembranen genutzt werden. Einen Versuch ist diese Strategie alle Male wert, und der Aufwand ist gering. Denn 84 Gramm Mandeln lassen sich ohne Probleme in jeden Speiseplan integrieren.

Quelle:
  1. Novotny, Janet u.a., “Discrepancy between the Atwater factor predicted and empirically measured energy values of almonds in human diets”, Am J Clin Nutr 96 (2012): 296-301