Haselnusskonsum beeinflusst Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv

Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass Nüsse auf Grund ihrer Inhaltstoffe dieses Risiko senken können. Nüsse haben einen hohen Anteil an wertvollen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, enthalten wichtige Proteine und Ballaststoffe sowie verschiedene sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, die gesundheitsfördernd wirken können.

Unterschiedliche Nüsse unterscheiden sich jedoch in der Zusammensetzung dieser Stoffe. Bisher standen vor allem Walnüsse, Mandeln und Pistazien im Fokus der Forschung bezüglich ihres Potenzials, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Da Haselnüsse ein besonders niedriges Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren aufweisen (insbesondere hohe Gehalte an einfach ungesättigten Fettsäuren) und außerdem noch hohe Vitamin- E-Konzentrationen besitzen, haben nun Forscher aus der Türkei und Kanada untersucht, inwieweit Haselnüsse Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen(1).

21 Studienteilnehmer mit erhöhtem Cholesterinspiegel wurden in die 3-phasige Studie eingeschlossen. Jede Phase der Studie dauerte vier Wochen, wobei die erste und die dritte Phase Kontrollphasen waren und die zweite Phase die eigentliche Haselnussintervention darstellte. In dieser Phase sollten die Studienteilnehmer 18-20% der täglichen Energie in Form von Haselnüssen aufnehmen. Die Ernährung in den Kontrollphasen erfolgte nach dem National Cholesterol Education Program und enthielt niedrige Gehalte an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin.

Jeweils am Anfang der Studie sowie an den Studientagen 30, 60 und 90 wurden den Studienteilnehmern Blut abgenommen, um verschiedene Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bestimmen.

Die Haselnussintervention führte zu niedrigeren Gesamtcholesterin- und Triglyzeridspiegeln, wobei das LDL-Cholesterin sank und das HDL-Cholesterin anstieg. Des Weiteren konnte ein Anstieg von ApoA1 und somit ein niedrigeres ApoB/ApoA1-Verhältnis beobachtet werden. Jedoch nicht nur der Fettstoffwechsel wurde durch die Intervention positiv beeinflusst. Die Plasmakonzentrationen des antioxidativ wirkenden Vitamin E waren in der Haselnussphase höher und die Konzentrationen an oxidativ geschädigtem LDL (oxLDL) niedriger als in den Kontrollphasen. Dies ist besonders interessant, da sich oxLDL in den Gefäßwänden ablagert und somit direkt an der Entstehung von arteriosklerotischen Plaques beteiligt ist. Mittels der sogenannten flow mediated dilation (FMD) Methode, die die Steifheit von Arterien misst, konnte außerdem ein positiver Effekt auf die Blutgefäße gezeigt werden.

In der Pathogenese von Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielt eine leichte chronische Entzündung eine Rolle. Aus diesem Grund wurden in der Studie auch verschiedene Entzündungsmarker untersucht. Die Haselnussintervention senkte die Plasmakonzentrationen von hs-CRP, sICAM und sVCAM und zeigte somit auch hier positive Veränderungen. Keine Verbesserung hingegen wurde bezüglich der Parameter des Kohlenhydratstoffwechsels (Glukose, Insulin und HOMA-IR) festgestellt. Für alle Effekte galt jedoch, dass sie nur während der Haselnussphase zu beobachten waren. Nach der anschließend 4-wöchigen Kontrollphase waren Effekte nicht mehr nachweisbar.

Auf Grund der vorgestellten Ergebnisse gehen die Wissenschaftler davon aus, dass eine haselnussreiche Ernährung insbesondere bei Menschen mit hohem Cholesterinspiegel das Herzkreislaufsystem positiv beeinflusst. Da die beobachteten Verbesserungen jedoch nach den vier Wochen der zweiten Kontrollphase nicht mehr existent waren, scheint es, dass für eine positive Wirkung ein regelmäßiger Haselnusskonsum notwendig ist.

Quelle:
  • Asim Orem et al. (2013): Hazelnut-enriched diet improves cardiovascular risk biomarkers beyond a lipid-lowering effect in hypocholeserolemic subjects.
    Journal of Clinical Lipidology (2013) 7, 123-131