Pistazien helfen bei Diäten

Studie zeigt: Fette der Nüsse werden nur unvollständig absorbiert

Fette enthalten viele Kalorien, und daher gilt fettreiche Nahrung traditionell als Hauptursache von Übergewicht. Doch Studien der letzten Jahre zwingen zum Umdenken. Demnach stimmt die Gleichung weniger Fett = weniger Körpergewicht nur bedingt. Entscheidend ist vielmehr, welche Fette konsumiert werden.

Gesättigte Fettsäuren, wie sie vor allem in Fleisch und Milchprodukten vorkommen, werden zwar weiterhin als ungünstig im Kampf gegen Übergewicht eingestuft, doch ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzen- und Fischöl genießen mittlerweile einen anderen Ruf. Denn man weiß jetzt, dass sie vom Körper nur teilweise absorbiert werden und ihm ansonsten nicht nur als Energielieferant, sondern auch als Träger diverser physiologischer Funktionen dienen. Und zu diesen Funktionen gehört, dass sie über ihren Einfluss auf Leber und Nervensystem die Wärmeproduktion und damit den Kalorienverbrauch anregen. Was im Endeffekt heißt, dass Nüsse, weil sie ja ein besonders ergiebiger Lieferanten für ungesättigte Fette sind, beim Kampf gegen Übergewicht hilfreich sein müssten.

Und tatsächlich bestätigt sich dieser Effekt in einer aktuellen Studie des United State Department of Agriculture(1). Die Wissenschaftler unter Leitung von David Baer verabreichten hier 16 Probanden drei Wochen lang eine Pistazienration von 42 und 84 Gramm pro Tag. Ihr Kot wurde während und nach dieser Zeit auf die Energieausscheidung (also den Gehalt an energiereichen Verbindungen wie Fett und Zucker) untersucht. Dabei zeigte sich, dass die Pistazien dem Körper etwa fünf Prozent weniger an Fettkalorien zur Verfügung stellten, als es ihnen vom Fettgehalt her eigentlich möglich wäre. Der LDL-Cholesterinwert im Blut der Patienten senkte sich um etwa sechs Prozent. Was Baer zu dem Fazit veranlasst, „dass Pistazien sowohl in der Gewichtsreduktion als auch im Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen können“.

Dass man mit Pistazien abnehmen kann, belegt zudem eine Studie der University of California in Los Angeles(2). Die amerikanischen Forscher verordneten ihren 52 übergewichtigen Probanden eine Diät, in der sie 500 Kilokalorien weniger als ihr Bedarf verzehren sollten. Darüber hinaus aß eine Probanden-Hälfte täglich eine Pistazienportion à 240 und die andere Gruppe eine Brezelportion à 220 Kilokalorien. Der Versuch dauerte zwölf Wochen, und die Forscher überprüften dabei, welcher Diät-Snack am besten wirkte. Das Ergebnis: Die Pistazien-Esser reduzierten ihren Body Mass Index um 4,5 Prozent, während die Brezel-Gruppe nur um etwa zwei Prozent abspecken konnte. „Pistazien führen uns schneller zum Wunschgewicht als Bretzeln“, resümiert Studienleiter David Heber. „Und dieses Ergebnis dürfte viele überraschen, denn es ist meistens das Gebäck, das aufgrund seines niedrigen Fettgehalts als Unterstützung einer Diät empfohlen wird.“

Bleibt festzuhalten, dass Pistazien nicht die einzigen Nüsse sind, die bei einer Diät hilfreich sein können. In einer spanischen Untersuchung(3) verloren Patienten mit Metabolischem Syndrom durchschnittlich 2,2 Kilogramm Körpergewicht, nachdem ihr Speiseplan zwölf Wochen lang „kernige“ Unterstützung erfahren hatte. Man hatte ihnen täglich einen 30-Gramm-Snack aus Walnüssen, Mandeln und Haselnüssen kredenzt.

Quellen:
  1. Baer D u.a., “Measured energy value of pistachios in the human diet”, Brit J Nutr, DOI: 10.1017/S0007114511002649; published online: 28 June 2011
  2. Zhaoping L u.a., “Pistachio nuts reduce triglycerides and body weight by comparison to refined carbohydrate snack in obese subjects on a 12-week weight loss program”, J Am Coll Nutr. (2010) 29: 198-203.
  3. Casas-Agustench P u.a., „Effects of one serving of mixed nuts on serum lipids, insulin resistance and inflammatory markers in patients with the metabolic syndrome”, Nutr, Metab & Cardiovasc Dis (2009), doi:10.1016/j.numecd.2009.08.005