Macadamianuss, die "Königin der Nüsse"

Macadamianüsse wurden 1857 in den tropischen Regenwäldern in Queensland (Australien) entdeckt. In den 60er Jahren kamen sie nach Deutschland und erfreuen sich einer steigenden Beliebtheit. Heute werden Macadamianüsse vorwiegend in Australien, Südafrika, Hawaii und Kenia angebaut.

Macadamianüsse haben unter den Nüssen den höchsten Fettgehalt, doch dieser hohe Fettanteil ist kein Grund die "Königin der Nüsse" zu meiden. Da sich der Fettgehalt (73 g/100 g) in ca. 82,5% einfach ungesättigte Fettsäuren (Ölsäure), knapp 2% mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure) und nur ca. 16% gesättigte Fettsäure (Palmitinsäure) aufteilt.

Neben dem günstigen Fettsäureprofil besitzen Macadamianüsse weitere gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe (u.a. Phytosterine) und Vitamine (Vitamin B1 und B2 sowie Niacin). Mit einer Konzentration von 8 g/100 g Ballaststoffen sind Macadamianüsse hierfür eine hervorragende Quelle.

Die bisher publizierten Studien mit Nüssen zeigen, dass eine Nuss-reiche Ernährung u.a. das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann. Regelmäßiger Nussverzehr senkt den kardiovaskulären Risikofaktor Cholesterin im Blut. Es spricht vieles dafür, dass vor allem das günstige Fettsäureprofil mit einem relativ hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren hierbei eine wesentliche Rolle spielt.

In mehreren durchgeführten humanen Interventionsstudien wurde der gesundheitsfördernde Effekt von Macadamianüssen untersucht. Bis heute sind folgende Studien publiziert:

  • Griel und Kollegen untersuchten den Verzehr von täglich 42,5 g Macadamianüssen in Kombination mit einer Herz-gesunden Ernährung, im Vergleich zu einer amerikanischen Standardernährung. Die 25 Probanden hatten leicht erhöhte Cholesterinspiegel im Blut. Durch den Verzehr der Macadamianüssen kam es zu einer statistisch signifikanten Reduktion des Gesamt- und LDL-Cholesterins(1).
  • In der von Garg und Kollegen durchgeführten Interventionsstudie erhielten die Studienteilnehmer mit erhöhtem Cholesterinspiegel täglich 40 - 90 g Macadamianüsse. Nach der vierwöchigen Intervention kam es zu einer Reduktion der Cholesterinkonzentrationen im Plasma der Patienten um 5%(2).
  • Curb und Kollegen führten eine crossover Studie an gesunden Probanden im Alter zwischen 18 und 55 Jahren durch. Auch hier führte der Verzehr von Macadamianüssen zu einer Absenkung der Cholesterinspiegel im Blut der Teilnehmer(3).
  • In einer japanischen Studie konnte ebenfalls eine Senkung der Cholesterinkonzentrationen gezeigt werden(4).

Die Ergebnisse der durchgeführten Studien belegen eindeutig, dass der Verzehr von Macadamianüssen, die reich an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, zur Senkung des Gesamt-Cholesterins führt. Ob allein die Qualität der aufgenommen Fette oder auch andere Bestandteile in Macadamias zu den kardioprotektiven Effekten maßgeblich beitragen können, wie z.B. Pflanzensterine, ist heute Gegenstand der Forschung.

Quellen:
  1. Griel AE, Cao Y, Bagshaw DD, Cifelli AM, Holub B, Kris-Etherton PM. A macadamia nut-rich diet reduces total and LDL-cholesterol in mildly hypercholesterolemic men and women. J Nutr 2008;138:761-767.
  2. Garg ML, Blake RJ, Wills RB. Macadamia nut consumption lowers plasma total and LDL cholesterol levels in hypercholesterolemic men. J Nutr 2003;133:1060-1063.
  3. Curb JD, Wergowske G, Dobbs JC, Abbott RD, Huang B. Serum lipid effects of a high-monounsaturated fat diet based on macadamia nuts. Arch Intern Med 2000;160:1154-1158.
  4. Hiraoka-Yamamoto J, Ikeda K, Negishi H, Mori M, Hirose A, Sawada S, Onobayashi Y, Kitamori K, Kitano S, Tashiro M, Miki T, Yamori Y. Serum lipid effects of a monounsaturated (palmitoleic) fatty acid-rich diet based on macadamia nuts in healthy, young Japanese women. Clin Exp Pharmacol Physiol 2004;31 Suppl 2, S37-S38.