Mandeln und Walnüsse - gut fürs Herz

Epidemiologische und klinische Studien belegen, dass ein regelmäßiger Nussverzehr das Risiko gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren kann. Diese kardio-protektiven Effekte des Nussverzehrs werden vor allem auf die Cholesterin-senkende Wirkung von Nüssen zurückgeführt. Besonders das günstige Fettsäurenmuster der Nüsse mit einem hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren spielt dabei eine entscheidende Rolle.

In vitro und in vivo Untersuchungen konnten zeigen, dass Polyphenole, welche in Rotwein, grünem Tee und Schokolade enthalten sind, das Risiko gegenüber Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduzieren. Dies wird durch eine Verbesserung des antioxidativen Status und einer Verminderung der Lipidperoxidation begründet.

Walnüsse und Mandeln zeichnen sich mit einem hohen Gehalt an Polyphenolen aus. So enthalten beispielsweise eine Handvoll Walnüsse (50 g) höhere Polyphenolgehalte als 236 mL Apfelsaft oder 148 mL Rotwein(1). Daher ist es möglich, dass neben dem günstigen Fettsäuremuster der Nüsse auch Inhaltsstoffe, wie Polyphenole, zu den kardio-protektiven Wirkungen beitragen.

Allerdings fehlen bis heute ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen zum Polyphenolgehalt in Nüssen und auch zu ihrer Bioverfügbarkeit und funktionellen Wirkungen im Menschen.

Aus diesem Grund machten sich Torabian und Kollegen(2) zum Ziel, die Auswirkungen eines einmaligen Mandel- und Walnussverzehrs auf Parameter des antioxidativen Status in einer Humanstudie zu untersuchen.

Die Arbeitsgruppe führte eine randomisierte Studie im cross-over Design durch an der 13 Probanden im Alter zwischen 19 - 65 Jahren teilnahmen. Die Probanden wurden in drei Gruppen eingeteilt und erhielten nüchtern entweder Mandeln oder Walnüsse in Form eines Smoothie (75 % der Energie, entspricht 80-90 g Mandeln oder Walnüsse) oder einen polyphenolfreien Smoothie (Kontrollgruppe).

Untersucht wurde die Aufnahme der Mandeln und Walnüsse auf den Plasma-Polyphenolgehalt (mittels Folin-Ciocalteau-Methode), den antioxidativen Status (ORAC-, FRAP-Test) und die Lipidperoxidation (TBARS-Methode). Den Probanden wurde vor dem Verzehr des entsprechenden Smoothie und nach 30 min, 90 min, 150 min und 210 min Blut (Plasma) entnommen und die genannten Parameter bestimmt.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass der Verzehr von Mandeln und Walnüssen zu einem statistisch signifikanten Anstieg der Plasma-Polyphenolgehalte führte. Die höchsten Konzentrationen wurden 90 min nach dem Verzehr der Nüsse beobachtet. Darüber hinaus kam es zu einer statistisch signifikanten Verbesserung des antioxidativen Status der Studienteilnehmer, die 150 min nach dem Verzehr am höchsten war. Der Verzehr von Mandeln und Walnüssen resultierte auch in einer Reduktion der Lipidperoxidation im Plasma der Studienteilnehmer. Die Reduktion der Lipidperoxidation war 90 min nach dem Verzehr am stärksten ausgeprägt. Bei den Probanden der Kontrollgruppe, die weder Mandeln noch Walnüsse zu sich nahmen, konnten keine protektiven Effekte gezeigt werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Verzehr von Mandeln und Walnüssen die Plasma-Polyphenolkonzentrationen erhöhte, den antioxidativen Status verbesserte und die Lipidperoxidation reduzierte.

Die Ergebnisse dieser 2009 publizierten Studie unterstreichen die Empfehlungen der American Heart Association, dass 28 - 56 g Nüsse das Herz schützen und in den täglichen Speiseplan mit aufgenommen werden sollten.

  • ORAC - oxygen radical absorbance capacity
  • FRAP - ferric reducing ability of plasma
  • TBARS - thiobarbituric acid reactive substances
Quellen:
  1. Frankel EN, Waterhouse AL, Teissedre PL (1995): Principal phenolic phytochemicals in selected California wines and their antioxidant activity in inhibiting oxidation of human low-density lipoproteins. J Agric Food Chem 43:890-894
  2. Torabian S, Haddad E, Rajaram S, Banta J, Sabate J (2009): Acute effect of nut consumption on plasma total polyphenols, antioxidant capacity and lipid peroxidation. J Hum Nutr Diet 22: 64-71