Nüsse verbessern die Cholesterinwerte

Aktuelle Studie bekräftigt die positiven Effekte des Nussverzehrs auf das Blutfettprofil

Wenn das Blut nicht mehr richtig in den Adern fließt, wird es gefährlich: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems gehören nicht nur in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen überhaupt. Zu ihren Auslösern gehört neben Rauchen, Bewegungsmangel und Bluthochdruck vor allem ein ungünstig zusammengesetztes Blutfettprofil. Doch es gehört auch zu den Risikofaktoren, die man über die Ernährung beeinflussen kann. Und dabei können Nüsse, wie eine aktuelle Studie aus den USA(1) belegt, eine zentrale Rolle spielen.

Das Forscherteam um Joan Sabaté von der kalifornischen Loma Linda University analysierte insgesamt 25 Studien, die sich in den wissenschaftlichen Datenbanken über den Zusammenhang von Nussverzehr und Blutfettwerten beim Menschen finden ließen. Auf diese Weise kamen insgesamt 583 Männer und Frauen in die Auswertung - eine Teilnehmerzahl, die durchaus repräsentative Schlüsse zulässt.

Im Ergebnis zeigte sich, dass bereits 67 Gramm Nüsse täglich ausreicht, um den Gesamtcholesterinwert um 5,1 und das LDL um 7,4 Prozent nach unten zu drücken. Hohe Werte an LDL (Low-Densitiy-Proteinen) gelten als besonders gefährlich, weil sie im Falle eines Cholesterinüberangebots, wie es typisch ist für eine fleischlastige Kost, ihr Cholesterin an den Blutgefäßwänden ablagern und dadurch den Blutfluss behindern können. Im Unterschied dazu "kratzen" High-Density-Lipoproteine (HDL) das Cholesterin aus den Gefäßwänden heraus und bringen es zur Leber, wo es keinen Schaden mehr anrichten kann. Ihr Anteil geht durch den täglichen Nüsseverzehr deutlich nach oben. Die Forscher ermittelten konkret, dass sich der Anteil von HDL und LDL um 8,3 Prozent zu Gunsten der Gefäßputzer-Variante verschiebt.

Der Anteil an Triglyceriden im Blut sinkt durch den Nüssekonsum ebenfalls, und zwar um über zehn Prozent. Diese Fettverbindungen gelten ebenfalls als Risiko für Herz und Kreislauf, weil sie die Bildung von Gerinnseln und anderen Blutflussblockaden vorantreiben. Allerdings ließ sich der Triglycerid senkende Effekt der Nüsse nur bei Patienten mit erhöhten Blutfettwerten nachweisen, während er beim Cholesterin auch bei gesunden Menschen in Erscheinung trat.

"Unsere Studie bekräftigt, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen die LDL-Werte senkt und insgesamt das Profil der Blutfette verbessert", resümiert Sabaté, der an der Loma Linda University das Institut für Ernährungswissenschaften leitet. Er forscht schon seit über zehn Jahren zu den Wirkungen von Nüssen auf die Gesundheit. Ihren günstigen Einfluss auf das Blutfettprofil erklärt er vor allem durch ihre ungesättigten Fettsäuren. Walnüsse beispielsweise sind reich an mehrfach ungesättigten Fetten, während Erdnussöl bis zu 70 und Haselnussöl bis zu 82 Prozent aus einfach ungesättigter Ölsäure bestehen und mit diesen Werten sogar mit dem Olivenöl konkurrieren können. "Aber auch andere Inhaltsstoffe der Nüsse, wie etwa ihre Mineralien, B- und E-Vitamine und Phytosterole, können das Blutfettprofil verbessern", ergänzt Sabaté.

Angst davor, dass sich durch die Nüsse einerseits das Blutfettprofil bessert, andererseits aber auch die Speckpolster - denn auch ungesättigte Fette bergen viele Kalorien! - an Bauch und Hüften zunehmen, muss man nicht haben. Sabaté konnte zusammen mit Forscherkollegen in einer anderen Studie(2) den Nachweis erbringen, dass Nussesser sogar eine deutlich niedrigere Neigung zu Übergewicht haben. Denn Nüsse machen satt - und ihre Kombination aus viel Eiweiß und viel Fett mobilisiert die Thermogenese des Körpers. Oder anders ausgedrückt: Sie machen warm ums Herz. Und wenn der Körper mehr Wärme produziert, verbraucht er auch mehr Kalorien.

Quellen:
  1. Sabaté J u.a., "Nut Consumption and Blood Lipid Levels", Arch Intern Med 9(2010): 821-827
  2. Bes-Rastrollo M u.a., "Nut Consumption and Weight Gain in a Mediterranean Cohort", Obesity 15(2007): 108-116