Die Rolle von Nüssen in der Alzheimerprävention

Auf Grund der alternden Gesellschaft werden neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere die Alzheimer-Krankheit (AK), zu einem immer größeren Problem in der westlichen Gesellschaft. Mit zunehmendem Lebensalter verringern sich die kognitiven Fähigkeiten der Betroffenen, bis diese nicht mehr in der Lage sind, ohne fremde Hilfe zu leben. Betroffen sind vor allem Menschen über 65. Laut Weltgesundheitsorganisation leidet nur 1% der unter 60-jährigen an Alzheimer, aber etwa 40% der 90-jährigen. Die genauen Ursachen für AK sind noch nicht erforscht. Es scheint aber im Alter zu Veränderungen im Gehirn zu kommen, die Alzheimer auslösen können, beispielsweise zu oxidative Schäden oder Veränderungen der Zellmembranen(1). Da Fettsäuren einen wichtigen Bestandteil von Zellmembranen darstellen und Antioxidantien in vielen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, wird vermehrt der Einfluss der Ernährung auf die Entstehung der Alzheimer-Krankheit erforscht.

Nüsse haben einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen. Aus diesen Gründen sind sie in den Fokus von Forschern gerückt, die untersuchen wollen, ob Nüsse präventives Potenzial gegenüber der AK aufweisen.

Im Juni 2010(2) erschien eine Studie, die den Einfluss von unterschiedlichen Verzehrsmustern auf die Entstehung von Alzheimer untersucht hat. Hierfür nahmen 2148 ältere Menschen (>65 Jahre) an einer prospektiven Studie teil. Am Anfang der Studie wies keiner der Probanden die AK auf. Die Teilnehmer wurden alle 1,5 Jahre medizinischen und neurologischen Tests unterzogen und dokumentierten ihre Ernährungsgewohnheiten. Im Laufe des Follow-ups entwickelten 253 Teilnehmer die AK. Ein Ernährungsmuster, dass eine hohe Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E und Folsäure aufwies, zeigte eine negative Korrelation mit dem Auftreten der AK. Bei Studienteilnehmern, die sich nach diesem Muster ernährten, war das Risiko an AK zu erkranken, um bis zu 38% erniedrigt. Darum kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass ein bestimmtes Ernährungsmuster, das u.a. einen hohen Anteil an Nüssen aufweist, ein präventives Potenzial gegenüber der Alzheimer-Krankheit haben kann.

Weitere Hinweise auf eine positive Wirkung von Nüssen hinsichtlich der Entstehung von neurodegenerativen Erkrankungen liefert eine 2009 veröffentlichte Tierstudie(3). In dieser Studie wurden alte Ratten zunächst über einen Zeitraum von 8 Wochen mit einem Futter, das Walnüsse enthielt, gefüttert und dann motorischen und kognitiven Tests unterzogen. Bekamen die Ratten 2% oder 6% Walnüsse zu fressen, so verbesserten sich ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten.

Die Ergebnisse dieser Studien deuten darauf hin, dass Nüsse auf Grund ihres hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und antioxidative wirkenden Stoffen Potenzial in der Alzheimer-Prävention haben könnten.

Quellen:
  1. J.A. Joseph, N.A. Denisova, D. Bielinski, D.R. Fisher, B. Shukitt-Hale: "Oxidative stress protection and vulnerability in aging: putative nutritional implications for intervention." Mechanisms of Ageing and Development 116 (2000) 141-15
  2. Yian Gu; Jeri W. Nieves; Yaakov Stern; Jose A. Luchsinger; Nikolaos Scarmeas: "Food Combination and Alzheimer Disease Risk: A Protective Diet." Arch Neurol. 2010;67(6):699-706
  3. Lauren M. Willis, Barbara Shukitt-Hale, Vivian Cheng and James A. Joseph: "Dose-dependent effects of walnuts on motor and cognitive function in aged rats". British Journal of Nutrition (2009), 101, 1140-1144