Haselnüsse können Risikofaktoren für koronare Krankheiten verbessern

Erkrankungen der Herzkranzgefäße können zu Herzinfarkten führen und stellen darum ein lebensbedrohliches Risiko dar. Es gilt als gesichert, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen sich positiv auf solche Erkrankungen auswirkt. So veröffentlichten Forscher um Fulya Balaban Yücesan 2010(1) eine Studie, in der sie den Einfluss von Haselnüssen auf koronare Risikofaktoren untersucht haben.

Haselnüsse zeichnen sich im Vergleich zu anderen Nüssen besonders durch einen hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFAs) und an Vitamin E aus. Vitamin E ist ein fettlösliches Vitamin, das antioxidative Wirkung aufweist und somit ungesättigte Fettsäuren vor oxidativer Schädigung schützen kann.

Für die Studie von Yücesan wurden 21 gesunde Probanden untersucht. Die Probanden bekamen während der 4-wöchigen Interventionsphase eine tägliche Portion von 1 g Haselnüsse/ kg Körpergewicht zu essen (also 70 g Haselnüsse bei einem 70 kg schweren Studienteilnehmer). Ansonsten sollten die Teilnehmer ihre normalen Ernährungsgewohnheiten beibehalten. Um die Ernährungsgewohnheiten der Probanden zu erfassen und zu überprüfen, dass es zu keinen Veränderungen während der Intervention kam, wurden die Teilnehmer angehalten, während der ersten und der letzten Studienwoche ein jeweils dreitägiges Ernährungsprotokoll zu führen. Außerdem wurde den Probanden vor Beginn der Intervention so wie an den Tagen 15 und 30 Blut abgenommen.

Durch die Haselnussintervention stieg die Ballaststoffaufnahme an und es wurden verhältnismäßig mehr ungesättigte und weniger gesättigte Fettsäuren aufgenommen. Auf Grund des hohen Fettgehalts der Nüsse nahm zwar die Gesamtenergieaufnahme zu, eine Erhöhung des Körpergewichts konnte jedoch nicht beobachtet werden.

Ebenfalls positive Veränderungen konnten bei den Blutfettwerten beobachtet werden. Sowohl nach 15 als auch nach 30 Tagen war der Cholesterinspiegel gesenkt. Dies ließ sich vor allem auf ein Absinken des schädlichen LDL-Cholesterins zurückführen, während das positive HDL-Cholesterin unverändert blieb.

Besonders kritisch hinsichtlich der Entstehung von koronaren Erkrankungen ist die Oxidation von LDL. Durch die Haselnussintervention konnte der Plasmagehalt an oxidiertem LDL ebenfalls gesenkt werden. Des Weiteren wurde LDL aus dem Blut isoliert und hinsichtlich der Anfälligkeit gegenüber oxidativen Reaktionen untersucht. Das isolierte LDL wurde im Verlauf der Studie weniger oxidationsanfällig. Die Forscher gehen davon aus, dass dieser Effekt eventuell mit dem hohen Gehalt an Vitamin E in Haselnüssen zusammen hängt.

Auf Grund dieser positiven Effekte kommen die Wissenschaftler um Yücesan zu dem Ergebnis, dass Haselnüsse Bestandteil einer gesunden Ernährung sein sollten.

Quelle:
  1. "Yücesan et al 2010: Hazelnut comsumption decreases the susceptibility of LDL to oxidation, plasma oxidized LDL level and increases the ration of large/small LDL in normolipidemic healthy subjects. Anadolu Kardiyol Derg 2010; 10; 28-35