Nüsse und Körpergewicht: 5. Perspektiven und mögliche Forschungsziele

Die Ergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, wie auch in der Artikelserie auf Nucis e. V. beschrieben, dass Nüsse positive Wirkungen auf die Körpergewichtsabnahme und -konstanz des Menschen haben. So zeigen epidemiologische Daten durchgängig, dass Nussesser einen niedrigeren BMI aufweisen als Nicht-Nussesser. In klinischen Studien ergab sich keine oder eine geringere Gewichtszunahme als erwartet. Vermutlich werden kompensatorisch weniger andere, energiereiche Lebensmittel und Snacks verzehrt, die Energie aus Nüssen nur unvollständig resorbiert und der Ruheenergieumsatz erhöht. Gleichzeitig tragen verschiedene Inhaltsstoffe von Nüssen (z. B. ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien und weitere sekundäre Pflanzenstoffe) zu deren protektiver Wirkung insbesondere im Rahmen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei(1,2).

In letzter Zeit rücken komplexe Ernährungsmuster mehr in den Fokus der Forschung als die isolierte Bewertung der Effekte einzelner Nährstoffe. Nüsse werden allgemein in Ernährungsmustern gefunden, die insgesamt mit positiven Wirkungen auf die Gesundheit einhergehen. Hier ist insbesondere die traditionelle Mediterrane Kost hervorzuheben, die nach dem heutigen Stand der Wissenschaft einen hohen gesundheitlichen Nutzen bietet, sowohl präventiv als auch therapeutisch(3). Die mediterrane Küche verwendet neben reichlich Obst, Gemüse und Olivenöl einen hohen Anteil verschiedenster Nussarten.

Zukünftige Forschungsvorhaben könnten die Fragestellung haben, inwieweit der Einbau von Nüssen in den Speiseplan im Rahmen von Gewichtsreduktions-Konzepten die Einhaltung von Ernährungs- empfehlungen erleichtert und gleichzeitig den Grad der Gewichtsabnahme und deren Konstanz bestimmt. Wichtig ist, dass diese Studien lange Beobachtungszeiträume von über einem Jahr haben.

Zudem könnte mit einer größeren Vielfalt an Nuss-Arten und verschiedenen Mengen experimentiert werden, um unterschiedliche Dosis-Wirkungs-Beziehungen abzubilden u. a. im Hinblick auf Appetit, Energieaufnahme, Körperzusammensetzung und BMI sowie den Austausch anderer Lebensmittel durch Nüsse. Weitere Informationen könnten nützlich sein, um abzuschätzen, inwieweit Nüsse gezielt andere Snacks ersetzen können, insbesondere solche mit hohem Kohlenhydratanteil und geringer Nährstoffdichte. Dabei könnten sowohl übergewichtige als auch schlanke Personen untersucht werden(4).

Werden Empfehlungen für die Allgemeinbevölkerung ausgesprochen, dann ist gründlich zu prüfen, inwieweit energiedichte Lebensmittel in die Empfehlungen aufgenommen werden können, denn eines der größten Probleme ist eine positive Energiebilanz. Bis dahin weist die wissen- schaftliche Datenlage dahin, den Verzehr von Nüssen als Teil eines gesunden Ernährungsregimes zu empfehlen, auch im Rahmen von Maßnahmen zur Gewichtsreduktion. Die Einbeziehung von unterschied- lichen Nüssen in den täglichen Speiseplan ist nicht nur schmackhaft und sättigend, sondern kann auch helfen, das Gewicht zu halten oder dem Wunschgewicht etwas näher zu kommen.

Quellen:
  1. Mattes RD, Dreher ML (2010): Nuts and healthy body weight maintenance mechanisms. Review. Asia Pac J Clin Nutr; 19(1): 137-141
  2. Natoli S, McCoy P (2007): A review of the evidence: nuts and body weight. Asia Pac J Clin Nutr; 166: 588-597
  3. Sabaté J, Ang Y (2009): Nuts and health outcomes: new epidemiologic evidence. Am J Clin Nutr; 89 (sppl): 1643S-8S
  4. Allen LH (2008): Priority areas for research on the intake, composition, and health effects of tree nuts and peanuts. J Nutr; Sept 138 (9): 1763S-1765S.