Der Verarbeitungsgrad hat keinen Einfluss auf die positiven Effekte von Haselnüssen

Verschiedene epidemiologische und klinische Studien haben gezeigt, dass Nussverzehr sich positiv auf bestimme Risikofaktoren für Herzkreis- lauferkrankungen auswirkt. Beispielsweise zeigten mehrere Studien, dass regelmäßiger Nussverzehr die Blutfettwerte verbessert. Verantwortlich für die positiven Effekte ist wahrscheinlich die gute ernährungsphysiologische Zusammensetzung von Nüssen, dem günstigen Fettsäurenmuster und dem hohen Anteil an Ballaststoffen, pflanzlichen Proteinen, Vitaminen, Mineralstoffe und anderer bioaktiven Stoffe. Die Studienergebnisse werden vermehrt in Ernähungsempfehlungen eingearbeitet. So rät zum Beispiel die "National Heart Foundation of New Zealand" zu einer Aufnahme von 30g Nüssen pro Tag (1).

In letzter Zeit wurde darüber diskutiert, ob der Verarbeitungsgrad von Nüssen einen Einfluss auf die Aufnahme der ernährungsphysiologisch wertvollen Inhaltstoffe und somit auf die protektive Wirkung von Nüssen hat. Insbesondere der Grad der Zerkleinerung sollte dabei eine Rolle spielen.

Eine Studie (2) aus Neuseeland untersuchte nun diese Fragestellung. Ziel war es, den Einfluss von Haselnüssen auf die Blutfettwerte und die Aufnahme von Vitamin E zu untersuchen und dabei drei unterschiedliche Zerkleinerungsformen zu vergleichen: ganze, gehobelte und gemahlene Nüsse.

46 gesunde Probanden (Frauen und Männer) im Alter zwischen 25 und 64 Jahren nahmen an dieser Studie teil. Die Probanden wurden randomisiert einer der drei Gruppen zugewiesen und nahmen über einen Zeitraum von vier Wochen täglich 30g Haselnüsse in der jeweiligen Zerkleinerungsform zu sich. Die Haselnüsse sollten anstelle von Snacks aufgenommen werden, ansonsten sollten die Studienteilnehmer ihren normalen Lebensstil beibehalten. Nach den 4 Wochen schloss sich eine 2wöchige Phase an, in der sich die Probanden nussfrei ernährten und anschließend erneut eine 4wöchige Interventionsphase mit einem der anderen Haselnussprodukte. Das Ganze wurde noch einmal wiederholt, so dass am Ende des Studien- zeitraums alle Probanden die drei unterschiedlichen Verarbeitungsformen getestet hatten.

Jeweils zu Beginn der 4wöchigen Interventionsphase, so wie zweimal während der 4 Wochen und an deren Ende wurde den Probanden Blut abgenommen und auf Cholesterin, Triglyzeride und das fettlösliche Vitamin E untersucht.

Die Haselnussinterventionen führten zu einem signifikanten Rückgang des Gesamtcholesterins, der auf einer Abnahme des gesundheitsschädlichen LDL-Cholesterins beruhte, während sich der Gehalt des physiologisch positiv wirkenden HDL-Cholesterins erhöhte. Des Weiteren stiegen die Plasmaspiegel des antioxidativ wirkenden Vitamin E an. Keinen Einfluss hingegen hatte die Haselnussintervention auf die Plasmatriglyzeridspiegel. Die genannten Effekte konnten für alle drei Verarbeitungsformen der Haselnüsse gleichermaßen beobachtet werden.

Die Forscher schlussfolgern darum, dass eine Aufnahme von Haselnüssen, die mengenmäßig im Bereich der Ernährungsempfehlungen der "National Heart Foundation of New Zealand" liegt, die Plasmacholesterinspiegel und Vitamin E-Spiegel unabhängig vom Grad der Zerkleinerung positiv beeinflusst.

Quellen:
  1. New Zealand Guidelines Group (2003): Evidence-based best practice guideline: The assessment and management of cardiovascular risk.
  2. Tey, SL. et al. (2011): Effects of different forms of hazelnuts on blood lipids and α-tocopherol concentrations in mildly hypercholesterolemic individuals. European Journal of Clinical Nutrition (2011) 65, 117-124.