Nussesser ernähren sich gesünder

Nüsse sind nicht nur für zwischendurch, sondern auch in Backwaren oder als Zutat für Müslis, Joghurt- und Quarkspeisen sehr beliebt. Ihr positiver Beitrag zur Ernährung wurde lange Zeit verkannt. Ein amerikanisches Forscherteam unter Leitung von Carol O´Neil von der Louisiana State University hat nun herausgefunden, dass sich Nussesser im Schnitt ausgewogener ernähren und besser mit fast allen wichtigen Nährstoffen versorgt sind.

Datenbasis waren Ernährungserhebungen in den USA aus den Jahren 1999 bis 2004. Die Forscher unterteilten deren Teilnehmer in zwei Gruppen: Als Nussesser wurden Menschen eingestuft, die angaben, innerhalb der letzten 24 Stunden mindestens 7 g Nüsse bzw. Nussmus gegessen zu haben. Alle übrigen Teilnehmer mit einem geringeren Nussverzehr wurden der zweiten Gruppe zugeordnet.

Nur 5,5 Prozent der befragten Teilnehmer im Alter von 19 bis 50 Jahren und 8,4 Prozent der über 50-Jährigen ließen sich als Nussesser identifizieren. Im Durchschnitt verzehrten sie am Tag der Befragung 34 g Nüsse bzw. Nussmus.

Bezüglich des Nussverzehrs stellten die Wissenschaftler keinen geschlechtsspezifischen Unterschied fest. Hingegen war innerhalb der weißen Bevölkerung, unter Menschen jüngeren und mittleren Alters und Menschen mit einem höheren Einkommen und Bildungsstand der Anteil der Nussesser höher.

Nährstoffaufnahme und Lebensmittelauswahl

Das Hauptaugenmerk der Studie lag auf der Nährstoffzufuhr der Teilnehmer. Demnach nehmen Nussesser im Durchschnitt mehr Energie auf und haben eine deutlich höhere Zufuhr folgender Nährstoffe: Fett, einfach und mehrfach gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Vitamine (A, E, K, B6, C, Thiamin, Riboflavin, Folat), Calcium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink, Kupfer und Kalium. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ebenfalls sehr positiv ist ihre geringere Aufnahme an Natrium und Alkohol im Vergleich zu Nicht-Nussessern.

Zudem nahmen die Forscher die von den Studienteilnehmern verzehrten Lebensmittel ins Visier. Bei der Eingruppierung der Lebensmittel orientierten sie sich an der sogenannten MyPyramid., bei der Einschätzung der Ernährungsqualität an dem "Healthy Eating Index 2005" (HEI), einem in den USA gängigen Punktesystem zur Bewertung der Ernährungsqualität (http://www.cnpp.usda.gov/healthyeatingindex.htm). Zur Ermittlung des HEI wird für jede Lebensmittelgruppe entsprechend der empfohlenen Verzehrmenge eine Punktzahl berechnet und anschießend aufaddiert. Je mehr die Verzehrmengen der einzelnen Lebensmittelgruppen denen der Empfehlung entsprechen, desto höher fällt die erzielte Punktzahl aus. Bis zu 100 Punkte können hierbei maximal erreicht werden.

Nussesser verzehren mehr Obst und Obstsäfte, Gemüse, Vollkornprodukte, Fleisch und Hülsenfrüchte, Saaten sowie Pflanzenöle. Signifikant niedriger - und ebenso im Einklang mit Ernährungsempfehlungen - ist die Energiemenge, die sie mit dem Verzehr von Butter, Alkohol und zuckerhaltigen Produkten aufnehmen. Demnach punkten Nussesser in Sachen Ernährungsqualität. Ihr HEI beträgt 58,8 gegenüber 49,5 bei den Nicht-Nussessern.

In der Studie kommen die Forscher eindeutig zu folgendem Schluss: Der Verzehr von Nüssen - auch in relativ geringen Mengen - ist mit einer besseren Ernährungsqualität und Nährstoffversorgung verbunden.

Unbeantwortet bleibt jedoch die spannende Frage, ob es einen direkten oder nur indirekten Zusammenhang zwischen Nussverzehr und Nährstoffversorgung gibt. So oder so plädieren die Autoren der Studie dafür, im Rahmen der Ernährungsaufklärung und beratung dazu zu ermutigen, mehr Nüsse zu essen. Auch sehen sie durch ihre Studie bessere Chancen dafür, im Rahmen von Ernährungsempfehlungen Nüsse als eigene Lebensmittelgruppe zu etablieren.

Die DGE empfiehlt im Rahmen der "5 am Tag"-Kampagne, täglich 25 g Nüsse zu verzehren und zwischen den einzelnen Nusssorten zu wechseln.

Hier gibt es noch viel Steigerungspotential, wie die Ergebnisse der nationalen Verzehrsstudie II zeigen: Nur wenige Befragte essen täglich Nüsse in nennenswertem Umfang. (P95: 13 g). Sowohl bei den weiblichen und männlichen Teilnehmern der Verzehrsstudie liegt der durchschnittliche Verzehr von Nüssen und Samen bei 2 g täglich. Werden gesalzene und geröstete Nüsse aus Knabberartikeln zusätzlich berücksichtigt, ergibt sich eine durchschnittliche Verzehrmenge von insgesamt 3-4 g/Tag.

Quelle:
  • Carol E O´Neil, Debra R Keast, Victor L Fulgoni, Theresa A Nicklas, "Tree nut consumption improves nutrient intake and diet quality in US adults: an analysis of National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 1999-2004", Asia Pac J Clin Nutr 2010: 19 (1): 142-150>