Nussesser haben bessere Cholesterinwerte

Wenn es um Prävention und Therapie koronarer Herzkrankheiten geht, dann spielen diätetische Maßnahmen zur Senkung eines erhöhten Cholesterin- spiegels eine bedeutende Rolle. Der Verzehr von Nüssen rückte dabei in letzter Zeit immer mehr in den Fokus des wissen- schaftlichen Interesses, da sie aufgrund ihres einzigartigen Nährstoff- profils zu einer Senkung des kardiovaskulären Risikos beitragen können. Daten aus der Epidemiologie haben durchgängig gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen, und zwar 4 oder mehr Portionen pro Woche, das Risiko für koronare Herzkrankheiten um 37 % senken kann im Vergleich zu Personen, die selten oder nie Nüsse essen(1).

Joan Sabaté, Wissenschaftler an der kalifornischen Loma Linda Universität, trug kürzlich mit seinem Team die Daten aus 25 kontrollierten Interventionsstudien zusammen, die insgesamt 583 Männer und Frauen in 7 Ländern einbezogen(2). Die durchschnittliche Studiendauer bewegte sich zwischen einem Zeitraum von 3 bis 8 Wochen, doch auch langfristigere Beobachtungen wurden berücksichtigt.

Die Beimengung von verschiedenen Nüssen zu einer ansonsten ausgewoge-nen Kost führte zur signifikanten Senkung von Gesamtcholesterin, Triglyceriden, LDL-Cholesterin und verbesserte das Verhältnis von LDL zu HDL sowie von Gesamtcholesterin zu HDL. Wurden 67 Gramm Nüsse pro Tag verzehrt, dann kam es zu einer Absenkung des Gesamtcholesterins um 5,1 %, der Triglyceride um 7,4 % und des LDL um 8,3 %.

Besonders bedeutsam war die Erkenntnis, dass der cholesterin- senkende Effekt dosisabhängig war und sich zudem ausgeprägter bei denjenigen zeigte, die bereits einen erhöhten LDL-Spiegel aufwiesen, was die Ergebnisse früherer Studien untermauert. Erhöhtes LDL steht im Zusammenhang mit arteriosklerotischen Veränderungen in den Arterien und steigert damit das Risiko für koronare Herzkrankheiten.

In Interventionsstudien führte der Verzehr unterschiedlicher Nüsse zu einer deutlicheren Reduktion von Gesamtcholesterin und Triglyceriden im Vergleich zu einer "Western Diet" vs. Mediterraner Kost oder einer fettreduzierten Diät. Auch zeigte sich eine positivere Wirkung durch den Austausch von gesättigten Fetten durch Nüsse, als wenn Olivenöl oder Kohlenhydrate ersetzt wurden.

Für Patienten mit Hypercholesterinämie führt der regelmäßige Konsum von Nüssen nicht nur zu günstigeren Blutfettwerten. Auch die Endothelfunktion verbessert sich, oxidativer Stress wird reduziert und das Risiko für die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ 2 lässt sich signifikant verringern. Vermutlich ist das Zusammenspiel der unterschiedlichen Nährstoffe ausschlaggebend für diese positiven Effekte, denn Nüsse sind nicht nur reich an einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren sondern enthalten eine Vielfalt an protektiven bioaktiven Substanzen, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

In den USA existiert ein Health Claim zu Nüssen im Rahmen der Risiko-reduktion für Herzerkrankungen, der den Verzehr von 43 Gramm pro Tag empfiehlt. Er umfasst die meisten Nuss-Sorten wie Erdnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Pekannüsse, Pistazien und Walnüsse.

Um eine klinisch relevante Cholesterin-Senkung zu erreichen, könnte es für Patienten mit erhöhten Blutfetten laut der Forschergruppe um Sabaté sogar sinnvoll sein, größere Mengen von Nüssen in den Speiseplan einzubauen, als es für die Allgemeinbevölkerung empfohlen wird. Die Sorge vor einer Gewichtszunahme ist dabei unbegründet: Nussesser haben nicht nur weniger Übergewicht, sondern die Integration von Nüssen als vollwertiges Lebensmittel in die tägliche Kost erleichtert sogar eine angestrebte Gewichtsreduktion.

Quellen:
  1. Kelly JH JR, Sabaté J (2006): Nuts and coronary heart disease: an epidemiological perspective. Br J Nutr ; 96 (suppl 2): 61-67
  2. Sabaté J, Oda K, Ros E (2011): Nut consumption and blood lipid levels. Arch Intern Med May; 170 (9): 821-827