Wird der Cholesterin-senkende Effekt von Mandeln durch den individuellen BMI oder die individuelle Höhe der Serumfette beeinflusst?

Aufgrund ihrer möglichen positiven Effekte auf koronare Risikofaktoren haben Nüsse als Teil einer gesunden Herz-Diät in den letzten 20 Jahren in der Ernährungsforschung große Aufmerksamkeit erfahren. Nüsse bieten eine gute Quelle für einfach ungesättigte Fettsäuren und essentielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Linolsäure, α-Linolen- säure). Außerdem enthalten sie bioaktive Komponenten, wie z.B. Ballaststoffe, Kalzium, Magnesium, Tocopherole, Phenolverbindungen und andere bioaktive Komponenten, welche gemeinsam zur kardio-protektiven Wirkung der Nüsse beitragen.

Beobachtungen von klinischen Studien deuten darauf hin, dass sich der Verzehr von Nüssen positiv auf das Fettprofil im Serum auswirkt (es kommt zur Senkung der Konzentration der Triglyceride und des LDL-Cholesterins). Des Weiteren haben Nüsse neutrale oder günstige Wirkungen auf Biomarker der Fettoxidation und der Inflammation.

Aber hat der individuelle BMI der Studienteilnehmer und die Höhe der Serumkonzentrationen des LDL, des Gesamtcholesterins und der Triglyceride zu Beginn der Studie einen Einfluss auf den Cholesterin-senkenden Effekt von Mandeln?

Dieser Frage gingen die Wissenschaftler um Jaceldo-Siegl(1) von der Loma Linda University in den USA in einer jüngst veröffentlichten Studie nach. Sie ließen die Probanden über einen Zeitraum von 24 Wochen eine durch Mandeln ergänzte Diät verzehren.

An der Studie nahmen 81 Personen teil (38 Frauen und 43 Männer, zwischen 25 und 70 Jahren). Die gesamte Studie ging über zwölf Monate. In den ersten sechs Monaten ernährten sich die Teilnehmer normal, sie erhielten keine besonderen Ernährungsempfehlungen und sollten sich aufgrund ihrer individuellen Vorlieben ernähren. In den darauffolgenden sechs Monaten fand die Intervention statt. Der Mandelzusatz entsprach 15% der individuell verzehrten Energieaufnahme während der habituellen Ernährung. In diesem Studienkollektiv entsprach dies durchschnittlich 52g Mandeln pro Tag. Die Mandeln konnten geröstet und/oder roh verzehrt werden.

Die Wissenschaftler konnten mit ihrer Studie zeigen, dass der zusätzliche Verzehr von 52g Mandeln über 24 Wochen einen Cholesterin-senkenden Effekt hat. Diese Wirkung der Mandeln war bei Personen mit erhöhtem LDL-Cholesterin oder erhöhtem Gesamtcholesterin signifikant höher, als bei Personen mit normalen Serumfettwerten. Der individuelle BMI bzw. die Höhe der Triglyceride der Teilnehmer zu Beginn der Studie hatte hingegen keine Wirkung auf den Cholesterin-senkenden Effekt der Mandeln.

So wurde der Nachweis erbracht, dass der Cholesterin-senkende Effekt von Mandeln durch die individuelle Höhe des Cholesterins beeinflusst wird, jedoch der BMI bzw. die Höhe der Triglyceride den positiven Effekt der Mandeln nicht verändern.

Quelle:
  1. Jaceldo-Siegl K, Sabaté J, Batech M, Fraser GE (2011) "Influence of body mass index and serum lipids on the cholesterol-lowering effects of almonds in free-living individuals." Nutrition, Metabolism & Cardiovascular Diseases, 21, S7-S13