Nüsse mildern Symptome des Polyzystischen Ovarialsyndroms (PZOS)

Etwa 4 % der Frauen leiden unter dem "Polyzystischen Ovarialsyndrom (PZOS)". Diese Frauen weisen erhöhte Androgenspiegel auf, die mit verstärktem Haarwuchs im Gesicht und am Körper einhergehen. Des Weiteren leiden sie an Zyklusstörungen und zum Teil auch Unfruchtbarkeit. Viele der Patientinnen sind außerdem adipös und haben ein erhöhtes Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen(1).

Es ist bekannt, dass ungesättigte Fettsäuren Blutfettwerte und Insulinsensitivität verbessern und somit das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen reduzieren können. Da Nüsse als gute Quelle für ungesättigte Fettsäuren gelten, untersuchte nun eine Forschergruppe den Einfluss von Mandeln bzw. Walnüssen auf verschiedene metabolische und endokrine Parameter bei PZOS-Patientinnen(2). Die Forscher wählten diese beiden Nusssorten, um zwischen Nüssen mit unterschiedlichen Fettsäuremustern unterscheiden zu können. So gelten Mandeln vor allem als gute Quelle für einfach ungesättigte Fettsäuren, wohingegen Walnüsse viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Über einen Zeitraum von sechs Wochen bekamen die PZOS-Patientinnen 46 g Mandeln oder 36 g Walnüsse (entsprechen 31 g Nussfett) zu essen. Das Nussfett diente dabei als Ersatz für andere Nahrungsfette. Mittels Schulungen durch Ernährungsberater sollte sichergestellt werden, dass die Fett- und Energieaufnahme konstant blieb. Die in dieser Studie verwendete Gruppengröße war mit n=18 relativ klein und wurde durch Ausfälle von Probandinnen noch weiter reduziert (Mandelgruppe n=14, Walnussgruppe n=17).

Die Intervention mit Mandeln führte zu einem niedrigeren freien Androgenindex, bedingt durch einen dualen Mechanismus (weniger Testosteron, mehr sex hormon binding globulin SHBG). Darüber hinaus waren nach der Mandelintervention die Spiegel des antiinflammatorisch wirkenden Adipokins Adiponektin erhöht.

Die Walnussintervention erhöhte zwar die SHBG-Spiegel, führte jedoch nicht zu einer Veränderung des freien Androgenindex. Die Walnussintervention senkte außerdem die HgBA1 und LDL-Cholesterinspiegel. Zudem zeigten auch Walnüsse einen positiven Einfluss auf die Adipokinspiegel.

Eine Limitation dieser Studie stellt sicherlich die geringe Gruppengröße dar. Die Ergebnisse sind jedoch vielversprechend, so dass weitere Studien mit größeren Studienkollektiven und eventuell über längere Zeiträume durchgeführt werden sollten.

Die Forscher kommen auf jeden Fall zu der Schlussfolgerung, dass PZOS-Patientinnen Nüsse unabhängig von ihrem Fettsäurenmuster als festen Bestandteil Ihrer Ernährung konsumieren sollten, da sowohl Stoffwechselparameter, als auch die Androgenspiegel positiv beeinflusst werden können.

Quellen:
  1. Guzick, David S. (2004): Polycystic Ovary Syndrome. Obstetrics & Gynecology 2004; 103: 181-193
  2. Kalgaonkar et al (2011): Differential effects of walnuts vs almonds on improving metabolic and endocrine parameters in PCOS. European Journal of Clinical Nutrition (2011) 65, 386-393.