Nussverzehr der schwangeren Mutter schützt das Kind vor Asthma und Allergien

Neben Hühnerei, Milch, Meeresfrüchten und Sellerie gehören Nüsse - vor allem Erdnüsse - zu den häufigen Auslösern einer Nahrungsmittelallergie. Das tatsächliche Risiko dafür ist mit ein bis zwei Prozent weitaus geringer, als weithin vermutet wird. Nichtsdestoweniger meiden viele Mütter während ihrer Schwangerschaft den Nussverzehr, um ihre Kinder vor entsprechenden Allergien zu schützen. Doch diese Strategie erscheint mehr denn je als fragwürdig. Nicht nur, weil man dadurch auf ein wertvolles vegetarisches Nahrungsmittel mit wichtigen Proteinen, Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren verzichtet. Eine aktuelle dänisch-amerikanische Studie(1) belegt außerdem, dass man zur Vorbeugung vor Allergien und Asthma sogar bewusst Nüsse in den Schwangerschaftsspeiseplan einbauen sollte.

Das Forscherteam unter Ekaterina Maslova vom Statens Serum Institut in Kopenhagen analysierte die Ernährungsgewohnheiten von knapp 62.000 dänischen  Müttern und die Gesundheitsakten ihrer Kinder, die zwischen den Jahren 1996 und 2002 geboren wurden. Es zeigte sich, dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft mindestens eine Portion Erdnüsse pro Woche gegessen hatten, im Alter von 18 Monaten eine um 21 Prozent geringere Asthma-Quote aufwiesen als jene Altersgenossen, deren Mutter auf Erdnüsse verzichtet hatte. Im Alter von sieben Jahren war ihre Quote sogar um 34 Prozent niedriger.

Wenn ihre Mutter Baumnüsse wie Wal- oder Haselnüsse gegessen hatte, litten die Kinder ebenfalls seltener an Asthma, und auch Heuschnupfen trat bei ihnen um 20 Prozent seltener auf. Studienleiterin Maslova sieht diese Daten als deutlichen Beleg dafür, dass werdende Mütter nicht auf Nüsse verzichten müssen, um ihre Kinder vor Asthma und anderen mit Allergien verknüpften Erkrankungen zu schützen. Selbst dann nicht, wenn in der Familie ein Fall von Nahrungsmittelallergie bekannt ist.

Bleibt die Frage, warum der mütterliche Nussverzehr das Kind möglicherweise sogar vor einer entsprechenden Allergie schützen könnte. Maslova vermutet, dass die hohen Vitamin-E-Werte sowie die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und mehrfach ungesättigten Fette der Früchte einen stabilisierenden Einfluss auf das Immunsystem des Babys hätten.

Englische Wissenschaftler(2,3) konnten schon vor einigen Jahren zeigen, dass man zum Schutz vor Erdnussallergien besser auf Soja als auf Nüsse verzichten sollte. Demnach entwickeln Kinder ein fast ums Dreifache erhöhtes Risiko für diese Unverträglichkeit, wenn sie als Säugling mit Soja-Milch ernährt worden sind. Umgekehrt sinkt ihr Risiko, wenn sie bereits frühzeitig - im Alter von acht bis 14 Monaten - an Erdnussproteine gewöhnt werden. Dies könnte auch erklären, warum in der "Soja-Hochburg" USA die Erdnussallergie besonders häufig auftritt, während in Ländern mit hohem Erdnusskonsum, wie etwa in Indien, Indonesien und Israel, nur relativ wenige Menschen damit Probleme haben.

Quellen:
  1. Maslova, E u.a., "Peanut and tree nut consumption during pregnancy and allergic disease in children - should mothers decrease their intake?", Journal of Allergy and Clinical Immunology, 2012 Jun 26. [Epub ahead of print]
  2. Lack, G u.a."Longitudinal Study of Parents and Children Study Team: Factors associated with the Development of Peanut Allergy in Childhood", NEJM 348 (2003): 977-985
  3. Du Toit G u.a., "Early consumption of peanuts in infancy is associated with a low prevalence of peanut allergy", J Allergy Clin Immunol 122 (2008): 984-991