EU-Kommission bestätigt die Vorzüge von Walnüssen auf Herz und Kreislauf

"Stärkt das Immunsystem, "Senkt den Cholesterinspiegel" - im heutigen Lebensmittelmarkt findet man immer mehr Produkte, die mit einem gesundheitlichen Nutzen werben.  Doch welche dieser Versprechungen sind wirklich haltbar? Zur Beantwortung dieser Frage hat die EU Ende 2006 die Health-Claims-Verordnung ("Gesundheitsbehauptungen-Verordnung") eingeführt, auf deren Grundlage seitdem angeblich

gesundheitsfördernde Lebensmittel überprüft und eingeschätzt werden. Am 25.Mai dieses Jahres war es dann soweit: Die EU-Experten konnten eine erste Liste mit 222 zulässigen Gesundheitsangaben für Lebensmittel vorstellen, und in ihr findet man neben diversen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen und jenseits von modernen Multivitaminsäften und probiotischen Joghurts auch ein "schlichtes" Nahrungsmittel mit langer Tradition: die Walnuss(1).

Das Urteil der EU-Kommissare: "Walnüsse tragen dazu bei, die Elastizität der Blutgefäße zu verbessern." Und dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Denn bewegliche Blutgefäße gelten als unentbehrlich für die Vorbeugung von Bluthochdruck, Infarkten und Schlaganfällen. Was man sich am besten dadurch klar macht, indem man sich Blutgefäße als Schläuche vorstellt, in denen Flüssigkeit in ruckartigen Pumpstößen (analog zu den Pulsschlägen des Herzmuskels) vorwärts getrieben wird. In starren Schläuchen würde sich der Druck bei jeder Pumpaktion immer wieder schlagartig erhöhen, was nicht nur für die Schlauchwände, sondern auch für die Pumpe, die ja gegen den Druck anarbeiten muss, eine enorme Belastung ist. Bewegliche Schlauchwände hingegen sorgen für eine Druckentlastung, so dass Wände und Pumpe weniger unter Stress stehen. Ganz zu schweigen davon, dass ein flexibles "Rohr" mehr Flüssigkeit durchlassen kann und nicht so leicht einreißt.

Die EU-Kommission betont, dass das genehmigte Walnuss-Claim nur für jene Lebensmittel verwendet werden darf, die eine tägliche Verzehrmenge von 30 Gramm (das entspricht etwa einer Handvoll) Nüssen gewährleisten. Mit entsprechendem Eis beispielsweise lassen sich solche Mengen kaum erreichen, in entsprechenden Broten hingegen schon eher, aber auf Nummer Sicher geht man natürlich, wenn man die Nussfrüchte als Knabberei im Alltag integriert.

Aufgrund ihres speziellen Fettsäureprofils dürfen sie laut EU-Expertise zudem drei weitere Health Claims für sich beanspruchen, die sich speziell auf die Cholesterinwerte beim Menschen beziehen:

  • "Der Ersatz gesättigter Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Ernährung trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei" (Walnüsse enthalten 14,2 g mehrfach und 2,7 g einfach ungesättigte Fettsäuren pro 30-Gramm-Portion)
  • "Alpha-Linolensäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei" (mit 2,7 g pro 30 Gramm-Portion enthalten Walnüsse überdurchschnittlich viel Alpha-Linolensäure).
  • "Linolsäure trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei" (eine 30-Gramm-Portion Walnüsse enthält etwa 11 g Linolsäure)

Wie beim spezifischen Walnuss-Claim gilt auch hier, dass die Lebensmittel den jeweiligen Fettsäure-Anforderungen entsprechen müssen. So sollte beispielsweise ein Lebensmittel für den Alpha-Linolensäure-Claim mindestens 15 Prozent der empfohlenen Tagesration von zwei Gramm Alpha-Linolensäure gewährleisten.

Bleibt festzuhalten, dass die EU-Kommission mit ihrer Health-Claim-Liste noch lange nicht fertig ist. Von den 4400 bisher eingereichten Zulassungsanträgen wartet noch die Hälfte auf ihre Bearbeitung, so dass auf dem Lebensmittelmarkt beileibe noch keine Klarheit herrscht, was die tatsächlichen Gesundheitseffekte der einzelnen Produkte angeht. In der Warteschleife befinden sich beispielsweise noch die Inhaltsstoffe von Soja und Artischocke. Doch die Walnuss ist - als eines der ersten Nahrungsmittel - "durch", an ihren gesundheitlichen Vorzügen für das Herz-Kreislauf-System gibt es auch von Seiten der EU-Kommissare keine Zweifel mehr.

Quelle:
  •  Official Journal of The European Union, L 136, Volume 55, May 25th 2012