Nüsse verbessern die kognitiven Fähigkeiten

Die Verbesserung der Lebensumstände, insbesondere in den westlichen Industrienationen, führte zu einer gesteigerten Lebenserwartung und einer immer älterwerdenden Gesellschaft. Damit verbunden ist auch ein Anstieg an Demenzerkrankungen. Demenz ist charakterisiert durch die Abnahme der kognitiven Fähigkeiten, beispielsweise den Verlust des (Kurzzeit-) Gedächtnisses oder des Orientierungssinns. Die Alzheimererkrankung macht etwa 60-70% aller Demenzfälle aus(1).

Betroffen sind hauptsächlich Menschen über 65 Jahren. Nur etwa 2-10% der Fälle treten schon vor dem 60. Lebensjahr auf, wohingegen sich die Prävalenz ab 65 alle 5 Jahre verdoppelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass im Jahr 2010 etwa 36 Millionen Menschen weltweit an Demenz erkrankt waren und Kosten in Höhe von 604 Milliarden US-Dollar für die Versorgung und Behandlung von Demenzkranken anfielen. Aus diesen Gründen ist die Aufklärung der Risikofaktoren von besonderem Interesse.Ernährungsgewohnheiten scheinen die kognitiven Fähigkeiten beeinflussen zu können. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Entstehung der Alzheimerkrankheit zumindest teilweise auf oxidative Schädigungen im Gehirn, sowie Veränderungen in der Fettfraktion von Zellmembranen zurückzuführen ist(2). Nüsse haben einen sehr hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen, die antioxidativ wirken. Aus diesen Gründen wird verstärkt untersucht, ob Nüsse die kognitiven Fähigkeiten verbessern können.

In einer prospektiven Kohortenstudie wurden die kognitiven Fähigkeiten bzw. deren Verlust im Zusammenhang mit den Ernährungsgewohnheiten untersucht(3). Hierfür wurden bei 2613 Probanden in einem Abstand von 5 Jahren jeweils vier verschiedene Tests durchgeführt, um unterschiedliche kognitive Eigenschaften zu erfassen. Des Weiteren wurde der gewohnheitsmäßige Verzehr von Obst und Gemüse erfasst.

Die Ergebnisse dieser Studie zeigten, dass am Anfang der Studie Probanden mit einem hohen Nussverzehr in allen untersuchten Bereichen bessere kognitive Fähigkeiten aufwiesen, als Probanden mit niedrigem Nussverzehr. Des Weiteren fiel die altersbedingte Abnahme der kognitiven Fähigkeiten in den Bereichen Gedächtnis und allgemeine kognitive Funktionen bei Nussesseren geringer aus.

Diese Ergebnisse werden unterstützt von einer Interventionsstudie mit Ratten, die das Lernverhalten und die Gedächtnisfunktionen untersuchte und positive Effekte einer Intervention mit Walnüssen berichtet(4).

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass insbesondere der hohe Gehalt mehrfachungesättigter Fettsäuren in Nüssen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung dieser Effekte spielt. Doch auch andere Inhaltsstoffe von Nüssen, wie Antioxidantien oder die spezielle Aminosäurenzusammensetzung der Proteine könnten die kognitiven Fähigkeiten von Menschen verbessern.

Im Anbetracht der bisherigen Studienergebnisse scheint regelmäßiger Nussverzehr die kognitiven Fähigkeiten von Menschen verbessern zu können. Die Studienlage ist jedoch noch relativ dünn, so dass weitere Studien, insbesondere Langzeitinterventionsstudien, durchgeführt werden sollten, um diese Erkenntnis zu bestätigen.

Quellen:
  1. WHO (2012): Dementia a public health priority.
  2. J.A. Joseph, N.A. Denisova, D. Bielinski, D.R. Fisher, B. Shukitt-Hale: “Oxidative stress protection and vulnerability in aging: putative nutritional implications for intervention.” Mechanisms of Ageing and Development 116 (2000) 141–15
  3. A.C.J. Nooyens, H.B. Bueno-de-Mesquita, M.P.J. van Boxtel, B. M. van Gelder, H. Verhagen, W.M.M. Verschuren: “Fruit and vegetable intake and cognitive decline in middle-aged men and women: the Doetinchem Cohort Study.” British Journal of Nutrition (2011), 106, 752-761.
  4. S. Haider, Z. Batool, S. Tabassum, T. Perveen, S. Saleem, F. Naqvi, H. Javed, D.J. Haleem: Effects of walnuts (Juglans regia) on learning and memory functions. Plant Foods for Human Nutrition (2011), 66: 335-340.