Leckerer als Koteletts und Hühnersuppe

Studie zeigt: Selbst mehrmonatige Haselnussdiäten verhageln nicht den Appetit

Nüsse beugen Stoffwechsel- und Herzerkrankungen vor - dies gilt mittlerweile durch mehrere Studien als belegt. Doch wie bei allen präventiv wirksamen Nahrungsmitteln stellt sich auch hier die Frage, inwieweit der Verbraucher bereit ist, Nüsse in seinen täglichen Speiseplan einzubauen. So weiß man beispielsweise vom Olivenöl, dass es - trotz seiner weithin bekannten Herzschutzeffekte - hierzulande gegenüber Raps- und Sonnenblumenöl nur eine Nebenrolle spielt(1), weil es geschmacklich einfach nicht punkten kann. So etwas könnte man ja auch bei Nüssen vermuten; und wenn der Konsument sie nicht annähernd täglich auf den Speiseplan setzt, können sie auch nicht ihre präventiven Effekte entfalten.

Doch eine aktuelle australisch-neuseeländische Studie(2) kann diese Bedenken zerstreuen. Das Forscherteam unter Siew Ling Tey von der University of Otago ließ 48 Testpersonen einen Monat lang täglich 30 Gramm Haselnüsse essen, und zwar entweder gemahlen, geschnitten oder als ganze Stücke. Die Studie war im Crossover-Design aufgebaut, das heißt, jeder Proband musste hintereinander alle drei Diäten durchführen. Zwischendurch gab es lediglich eine zweiwöchige Wash-out-Phase, in denen man auf Nüsse verzichten durfte, und dann ging es weiter zur nächsten Nusskur. Insgesamt dauerte die Haselnuss-Studie also vier Monate lang. Eine ganz schön lange Zeit….

Trotzdem verloren die Probanden keineswegs ihre Lust auf Haselnüsse. Im Gegenteil. Ihre Compliance, also ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit lag durchweg bei fast 100 Prozent. In einer Fragebogenaktion stellte sich, wie die Studienautoren betonen, außerdem heraus, "dass sich ihr Bedürfnis nach Nüssen nicht abschwächte, obwohl sie ja immerhin drei Monate täglich davon aßen".

Selbst monatelange Haselnussdiäten lassen also den Konsumenten nicht die Lust darauf verlieren, und das ist keinesfalls selbstverständlich. So verloren in anderen Studien herzhafte Nahrungsmittel wie Hühnersuppe und Fleischgerichte deutlich an Attraktivität, wenn sie den Probanden monatelang täglich vorgesetzt wurden. Das australisch-neuseeländische Forscherteam kommt daher zu dem Schluss, "dass Nüsse geschmacklich eine Resistenz gegenüber Monotonie besitzen." Was übrigens nicht nur für Haselnüsse erwiesen ist: Amerikanische Wissenschaftler beobachteten die gleiche Appetitstabilität bei Testpersonen, die 19 Wochen lang auf Erdnuss-Diät gesetzt wurden(3).

Kulinarisch am attraktivsten ist aber wohl, wenn man die zahlreichen Nussarten miteinander vermischt. Entweder, indem man für jeden Tag eine neue Variante wählt. Oder aber die Nussarten pro Portion miteinander vermischt, was laut einer spanischen Studie(4) nicht nur kulinarisch, sondern auch medizinisch besonders wertvoll ist. Das Forscherteam der Universität Rovira i Virgili hatte seinen Patienten - sie litten allesamt am Metabolischen Syndrom - täglich einen Mix aus 15 Gramm Walnüssen sowie jeweils 7,5 Gramm Mandeln und Haselnüsse kredenzt. Zwölf Wochen später reagierten sie wieder deutlich besser auf Insulin, zudem entwickelten sich in ihren Blutgefäßen weniger Entzündungen, die bekanntlich in der Arteriosklerose eine Schlüsselrolle spielen. Und sogar die Waage präsentierte sich versöhnlich: Die Patienten verloren durchschnittlich 2,2 Kilogramm an Körpergewicht.

Quellen:
  1. www.premiumpresse.de/weltweiter-bedarf-an-pflanzenoelen-steigt-produktion-2010-um-6-5-auf-148-mio-t-gestiegen-PR1479794.html
  2. Tey SL u.a., "Current guidelines for nut consumption are achievable and sustainable: a hazelnut intervention", British Journal of Nutrition (2011), doi: 10.1017/80007114510005283
  3. Alper CM u.a., "Effects of chronic peanut consumption on energy balance and hedonics", Int J Obes Relat Metab Disord (2002) 26: 1129ff
  4. Casas-Agustench P u.a., "Effects of one serving of mixed nuts on serum lipids, insulin resistance and inflammatory markers in patients with the metabolic syndrome" (2011), 21: 126ff