Die Pekannuss

Botanik

Der Pekannussbaum gehört zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae) und ist in Nordamerika beheimatet(1). Der "Hickorybaum" wie der Pekannussbaum auch genannt wird, kann eine Höhe von 60m und ein Alter von 200-300 Jahren erreichen. Er trägt Blüten beider Geschlechter. Die männlichen Blüten, so genannte Kätzchen wachsen auf dem einjährigen Holz. Am Ende der Zweige auf dem jüngsten Holz entwickeln sich die kleinen unscheinbaren weiblichen Blüten. Die Blütezeit ist Anfang April.

Da die Blüten keine Bienen oder andere Insekten anziehen ist man auf die Bestäubung durch den Wind angewiesen. Pekannüsse, die botanisch zu den Steinfrüchten zählen, wachsen in Büscheln von 2-20 Stück. Bei der Reifung springt die Hülle vierklappig auf und gibt den glänzenden, dünn- und glattschaligen, oft mit 4 flachen Rippen längs überzogenen Steinkern frei, der große Ähnlichkeit mit unseren Walnüssen hat(2).

Geschichte

Pekannüsse waren den Indianern schon vor Urzeiten bekannt. Sie nannten die Nüsse "Pakan" was übersetzt "krachende Nuss" bedeutet. Nach Ankunft der weißen Siedler dienten die vielfach geschätzten Nüsse als Tauschware. Um 1761 wurden Pekannüsse nach England exportiert. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts ließ man die Bäume wild wachsen oder hielt einzelne in Gärten. Erst ab 1870 wurde der Pekannussbaum in Plantagen kultiviert. Heute findet man in den mittleren bis südlichen Breiten Nordamerikas, von Illinois über das Mississippi-Tal bis Mexiko etwa 20 verschiedene Arten.

Anbaugebiete

Zu den Hauptanbaugebieten zählen die USA, Mexiko, Israel, Australien und Südafrika.

Ernte

Der Erntezeitpunkt der Pekannüsse in der nördlichen Hemisphäre ist im Oktober; in der südlichen Hemisphäre dagegen im Mai. Die Ernte ist weitgehend unproblematisch und wird voll mechanisiert durchgeführt. Bei vollständiger Reifung werden die Nüsse in einem Zeitraum von 3 Wochen vom Baum geschüttelt und aufgelesen. Man setzt Schüttelmaschinen ein, die am Stamm oder an großen Ästen angesetzt werden. Dies löst ein Hagel von Nüssen aus, die aus Ihrer viergeteilten Hülle fallen. Man häuft anschließend die Nüsse zwischen den Bäumen mit einem Gebläse auf und sammelt sie anschließend ein. Danach trocknet man die Nüsse um sie lagerfähig zu machen.

Handelsformen

Pekannüsse werden in der Schale aber auch als Kerne oder in Stücken im Handel angeboten. Besonders geschätzt werden sie gezuckert oder gesalzen als Knabberartikel. Pekannüsse sind ebenfalls eine feine Zutat für Süß- und Backwaren sowie in Eiscreme.

Gesundheit

Die Pekannuss zählt mit 692 kcal/100g zu den energiereichsten Nusssorten. Ihr Gesamtfettgehalt beträgt 72g/100g, wobei einfach ungesättigte Fettsäuren mit 62% den Hauptanteil ausmachen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kommen zu 25% vor und lediglich 9% entfallen auf gesättigte Fettsäuren(3). Durch dieses günstige Verhältnis an Fettsäuren können Herz-Kreislauferkrankungen vorgebeugt werden. Studien belegen, dass ein hoher Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren (ω-9) das Gesamtcholesterin sowie das LDL-Cholesterin reduzieren kann. Außerdem konnte eine Senkung der Triglyceride nachgewiesen werden(4). Pekannüsse enthalten viel Linolensäure, die die Aggregation von Blutzellen vermindert und vor Thrombose schützen kann(5).

Eine Gewichtszunahme muss zwangläufig durch den Verzehr von Pekannnüssen nicht befürchtet werden, wenn sie als Ersatz für andere Fett liefernde Nahrungsmittel in den Tagesplan eingerechnet werden. Des Weiteren kann durch den hohen Ballaststoffanteil das Gesamtfett aus der Pekannuss nicht vollständig resorbiert werden, was ebenfalls für die Gewichtskontrolle von Bedeutung ist.

Darüber hinaus fördern Ballaststoffe die Verdauung und steigern damit das Wohlbefinden.

Die Pekannuss enthält mit 0,66 mg/100g einen hohen Gehalt an Vitamin B1. Dieses Vitamin ist an der Energiegewinnung im Kohlenhydratstoffwechsel und bei der Reizübertragung im Nervensystem beteiligt. Häufig macht sich ein Vitamin B1 -Mangel mit Konzentrationsstörungen und Müdigkeit bemerkbar.

An Mineralstoffen kommen in Pekannüssen hauptsächlich Magnesium, Kalium und Calcium vor. Zur Aktivierung zahlreicher Enzyme ist Magnesium unerlässlich. Zudem wird es für die Muskeltätigkeit benötigt und reguliert die zelluläre Erregbarkeit und kann deshalb in Stresssituationen helfen. Kalium spielt ebenfalls bei der Reizübertragung im Nervensystem eine wichtige Rolle und dient vor allem zur Aufrechterhaltung des Membranpotenzials. Das mit einem Gehalt von 70 mg/100g vorkommende Calcium dient zur Mineralisierung von Knochen und Zähnen und ist an der Aktivierung von Enzymen (Kinasen) beteiligt(6).

Energie- und Nährstoffgehalt

Pekannuss (Angaben pro 100 g essbarem Anteil)

Bestandteil Einheit Menge
Energiegehalt kcal 703
ENERGIE LIEFERNDE NÄHRSTOFFE, BALLASTSTOFFE
Gesamtfett g 72
Gesättigte Fettsäuren (SFA) g 6,2*
Einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA) g 44,7*
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) g 18*
Linolsäure g 15,2
Linolensäure mg 757
Eiweiß g 11
Kohlenhydrate g 4,44
Ballaststoffe g 9,46
MINERALSTOFFE INKLUSIVE DER SPURENELEMENTE
Natrium mg 3
Kalium mg 604
Magnesium mg 142
Calcium mg 73
Mangan mg 3,5
Eisen mg  2,4
Kupfer mg 1,1*
Zink mg 5,3*
Phosphor mg 290
Chlorid mg 15*
Fluorid μg 140*
Jodid μg 5*
Selen μg 3
VITAMINE
Retinoläquivalent μg 13
Gesamtcarotinoide μg 80
Beta-Carotin μg 80
Gesamttocopherol mg 20
Vitamin K μg 10
Vitamin B1 μg 860
Vitamin B2 μg 130
Nicotinamid/Niacin mg 2
Pantothensäure μg 1710*
Vitamin B6 mg 0,19*
Folsäure μg 39*
Biotin μg 30
Vitamin C mg 2
BIOAKTIVE PFLANZENSTOFFE (AUSWAHL)
Gesamtphytosterine mg k. A.
Stigmasterin mg 2
Campesterin mg 4
ß-Sitosterin mg 88
Erläuterung:

k.A.: Keine Angabe. Zahlen gerundet bis 2 Stellen nach dem Komma, sofern vorhanden. Kursiv: herausragende Werte.

Quellen:

Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (Hrsg.): SouciFachmann-Kraut. Die Zusammensetzung der Lebensmittel.
Nährwerttabellen.
Medpharm Online Datenbank 2009
* Bundeslebensmittelschlüssel. Version II.3

Literatur:

  1. Biesalski H.K., Fürst P., Kasper H., Kluthe R., Pölert W., Puchstein Ch., Stähelin H. B.; Ernährungsmedizin Thieme Verlag1999, 1. Auflage S.170f, 134f, 178,183f,
  2. Brehme U.; Stellenwert von Nüssen in der Ernährung für die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen; Ernährungsumschau 49 (2002) Heft 2 S. 44f