Die Macadamia

Botanik

Der Macadamiabaum gehört zur Familie der Silberbaumgewächse, die auf der südlichen Halbkugel beheimatet sind. Der immergrüne Macadamiabaum braucht feuchtes, subtropisches Klima zum Wachsen und kann bis zu 20m hoch werden. Seine Blätter sind dunkelgrün und hart. Nach ca. 5 Jahren tragen die Bäume die ersten Früchte. Die Früchte, die zu den Balgfrüchten gehören, sind 2-3 cm groß. Der cremefarbene, fast kugelige Nusskern befindet sich in einer braunen Nussschale, die von einer grünen lederartigen Hülle umschlossen ist(1).

Macadamianüsse wachsen in langen, weintrauben-ähnlichen Rispen an den Bäumen. Es gibt Nüsse mit dicker, rauer Schale (M. tetraphylla) und solche mit glatter Schale (M. integrifolia). Kommerziell wird fast nur M. integrifolia angebaut, da diese Sorte weniger Zucker enthält, was beim Rösten von Vorteil ist.

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Geschichte

Die Macadamianuss ist in den Regenwäldern von Queensland und New South Wales in Australien beheimatet. Sie wurde im Jahre 1857 bei einer Forschungsexpedition von dem deutschen Naturwissenschaftler Ferdinand von Mueller entdeckt. Er nannte die Pflanze nach seinem Freund, Dr. John Mc Adam, dem Leiter des Philosophischen Instituts von Victoria.

1881 wurde der Macadamiabaum auf Hawaii eingeführt. Dort wurde er zuerst als Windschutz für andere Kulturen verwendet. Die Macadamianuss erfreute sich schnell wachsender Beliebtheit und man begann ertragreiche Sorten zu entwickeln. Kommerzielle Mengen gelangten in den dreißiger Jahren auf den amerikanischen Markt. Dagegen etablierte sich der Macadamia-Anbau in Australien erst um 1970.

Anbaugebiete

Heute werden Macadamias vor allem in Australien, Hawaii, Süd- und Ostafrika kultiviert. Der Anbau von Macadamias auf Hawaii ist aufgrund der teuren Grundstückspreise rückläufig. Kleinere Provenienzen sind Brasilien, Guatemala und Kolumbien(2).

Ernte

In Australien dauert die Erntezeit von April bis September. Auf Hawaii von November bis April. Man verzichtet auf das Schütteln der Bäume, da sonst auch unreife Früchte herabfallen würden. Bei vollständiger Reife fallen die Früchte nämlich von selbst und man sammelt sie anschließend ein. Um beste Qualitäten zu erreichen lässt man die Macadamianuss nicht zu lange am Boden liegen.

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Handelsformen

Die "Königin der Nüsse", wie die Macadamiasnuss auch genannt wird, kommt als hochwertige, reichhaltige Knabberei, ungesalzen, gesalzen, leicht geröstet oder kandiert in den Handel.

Sie findet ebenso Verwendung für Süß- und Backwaren.

Gesundheit

Die Macadamianuss weist mit 73% Fett den höchsten Fettgehalt unter den Nüssen auf. Dieses Fett ist jedoch sehr wertvoll, denn es besteht zu über 80% aus einfach ungesättigten Fettsäuren, die den Gesamt- und den LDL-Cholesterinspiegel senken können(4). In wissenschaftlichen Studien konnte bereits belegt werden, dass dadurch das Risiko an koronaren Herzerkrankungen reduziert wird(5)(6).

Durch ihre Fettzusammensetzung können Macadamianüsse innerhalb eines Ernährungsplanes sogar Patienten mit Hypercholesterinämie unterstützend begleiten. Zudem enthalten Macadamianüsse mit 114mg/100g einen hohen Anteil an Phytosterolen, die ebenfalls einen Beitrag zur Senkung des Cholesterinspiegels leisten können(3). Des Weitern sind in den Nüssen die Vitamine B1, B2 und Niacin enthalten. Diese Vitamine sind an der Energiegewinnung im Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt und werden zur Reizübertragung im Nervensystem benötigt(4).

Mit 8g/100g sind Macadamianüsse eine gute Ballaststoffquelle. Ballaststoffe sorgen für eine geregelte Verdauung und können, wie in der EPIC-Studie festgestellt wurde, das Dickdarmkrebsrisiko um 40% reduzieren(7). Macadamianüsse weisen zwar mit 720 kcal/100g einen hohen Energiegehalt auf, sind aber in Maßen genossen aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe durchaus für eine gesunde Ernährung empfehlenswert.

Energie- und Nährstoffgehalt

Macadamia (Angaben pro 100 g essbarem Anteil)

Bestandteil Einheit Menge
Energiegehalt kcal 703
ENERGIE LIEFERNDE NÄHRSTOFFE, BALLASTSTOFFE
Gesamtfett g 73
Gesättigte Fettsäuren (SFA) g 11*
Einfach ungesättigte Fettsäuren (MUFA) g 56,6*
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA) g 2,23*
Linolsäure g 1,74
Linolensäure mg 977*
Eiweiß g 8,8
Kohlenhydrate g 4,01
Ballaststoffe g 11,4
MINERALSTOFFE INKLUSIVE DER SPURENELEMENTE
Natrium mg 5*
Kalium mg 265
Magnesium mg 108*
Calcium mg 51
Mangan mg 5,5*
Eisen mg  0,2
Kupfer mg 0,36*
Zink mg 1,4*
Phosphor mg 201
Chlorid mg 40*
Fluorid μg 100*
Jodid μg 3*
Selen μg k. A.
VITAMINE
Retinoläquivalent μg k. A.*
Gesamtcarotinoide μg k. A.
Beta-Carotin μg k. A.*
Gesamttocopherol mg 1,49* (Vitamin E)
Vitamin K μg k. A.
Vitamin B1 μg 280
Vitamin B2 μg 120
Nicotinamid/Niacin mg 1,5
Pantothensäure μg 610*
Vitamin B6 mg 0,28*
Folsäure μg 50*
Biotin μg 6*
Vitamin C mg k. A.*
BIOAKTIVE PFLANZENSTOFFE (AUSWAHL)
Gesamtphytosterine mg k. A.
Stigmasterin mg k. A.
Campesterin mg k. A.
ß-Sitosterin mg k. A.
Erläuterung:

k.A.: Keine Angabe. Zahlen gerundet bis 2 Stellen nach dem Komma, sofern vorhanden. Kursiv: herausragende Werte.

Quellen:

Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie (Hrsg.): Souci-Fachmann-Kraut. Die Zusammensetzung der Lebensmittel.
Nährwerttabellen.
Medpharm Online Datenbank 2009
* Bundeslebensmittelschlüssel. Version II.3

Literatur:

  1. Weber M. Trockenfrüchte und Nüsse Südwest-Verlag 1999, S.84
  2. Trueb L.; Früchte und Nüsse aus aller Welt, Hirzel Verlag Stuttgart, Leipzig 1999, S.229f
  3. Garg M, Blake R.J., Wills R.; Macadamia Nut Consumption Lowers Plasma Total and LDL Cholesterol levels in Hypercholesterolic Men; 2003 American Society for Nutritional Sciences
  4. Biesalski H.K., Fürst P., Kasper H., Kluthe R., Pölert W., Puchstein Ch., Stähelin H. B.; Ernährungsmedizin Thieme Verlag1999, 1. Auflage S.68, 161, 163
  5. Colquhoun D.M. Humphries J.A., Moores D., Somerset S.M.; Effects of a macadamia nut enriched diet on serum lipids and lipoproteins compared to a low fat diet. Food Australia 48 (1996) S.216-222
  6. Curb J.D., Wergowske G., Dobbs J.C., Abott R.D., Huang B.; Serum lipid effects of a high-monounsaturated fat diet based on macadamia nuts. Archives of Internal Medicine 160 (2000); S.1154-1158
  7. Bingham S.A., Day N.E., Luben R., Ferrari P.; Slimani N., Norat T.; et al.; Dietary fibre in food and protection against colorectal cancer in the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC): an observational study. Lancet (2003) 361 S.1496-501