Verzehr von Nüssen und Trockenfrüchten und die Auswirkung auf die Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen

Ein Beitrag von Prof. Jordi Salas-Sal

Abteilung für menschliche Ernährung, Abteilung für Biochemie und Biotechnologie

Hospital Universitari de Sant Joan de Reus, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, IISPV Instititut dÌnvestigaci6 Sanitaria Pere Virgili, Universitat Rovira i Virgili, Reus, Ciber -Netz für Adipositas und Ernährung, Gesundheitsinstitut Carlos III, Madrid.

Eines der wichtigsten Merkmale der Kindheit und Jugend ist das Wachstum und die Entwicklung, definiert als ein kritischer, biologischer und zeitlicher Prozess, der aus endogenen und exogenen Veränderungen des Organismus im Laufe der Zeit besteht um seine Funktionen zu optimieren.

Der häufige Verzehr von Nüssen hat nachweislich positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, aber auch auf die Kognition, die Krebsprävention und andere gesundheitliche Aspekte.

Die wichtige Rolle der Ernährung für Wachstum und Entwicklung ist offensichtlich; sie ist für die Aufrechterhaltung des Lebens unerlässlich und trägt in den frühen Stadien auch zur Vorhersage der Gesundheit im Erwachsenenalter bei.

Nüsse sind seit jeher Bestandteil der menschlichen Ernährung, dabei wurden ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften erst in den letzten Jahrzehnten untersucht, vor allem bei Erwachsenen. Nüsse sind ernährungsphysiologisch dichte Lebensmittel, die aus einer einzigartigen Matrix von Makronährstoffen, Mikronährstoffen, Ballaststoffen und fettlöslichen bioaktiven Komponenten bestehen.

Bei Kindern und Jugendlichen wurde der häufige Verzehr von Nüssen mit einigen gesundheitlichen Vorteilen in Verbindung gebracht und neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es auch eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der Qualität von Ernährungsmustern spielen könnte. Eine Studie bei Heranwachsenden ergab, dass der Ersatz von Zwischenmahlzeiten durch Nüsse und Trockenfrüchte zu einer Anreicherung der Ernährung führte und „leere“ Kalorien und Natrium deutlich reduziert werden konnten. Dies erhöht auch die Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren. Darüber hinaus ist bekannt, dass sich die Ernährungsgewohnheiten auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms auswirken, was wiederum einen Einfluss auf Gesundheit und Lebensqualität hat. Die präbiotische Wirkung von Nüssen wurde kürzlich sowohl bei Erwachsenen, als auch bei Kindern untersucht. Eine experimentelle Studie mit einer kurzen Intervention auf der Grundlage des Verzehrs von Haselnüssen zeigte eine potenziell positive Wirkung auf die Zusammensetzung der fäkalen Mikrobiota, die bei hyperlipidämischen (Fettstoffwechselstörungen) Probanden deutlicher war. Darüber hinaus wurden Auswirkungen auf die Zusammensetzung verschiedener Darmbakterien nach einer Intervention mit Mandelverzehr in einem Crossover-Studiendesign bei Eltern-Kind-Binominals festgestellt. Außerdem variierten diese Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen.

Bei Kindern kann sich der Verzehr von Nüssen positiv auf die Neuroentwicklung auswirken. Das Hirngewebe hat einen sehr hohen Energiebedarf, so dass größere Mengen an Nahrungsfett erforderlich sind, um seine Stoffwechselrate zu unterstützen. Während der Schwangerschaft scheint die mütterliche Ernährung ein wichtiger Faktor zu sein, der zu einer adäquaten fötalen Neuroentwicklung mit langfristigen Ergebnissen beiträgt.

Bestimmte Nüsse sind eine hervorragende Quelle für „Gehirnnährstoffe“ wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Polyphenole, Folsäure. In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte belegt werden, wie ein höherer Konsum von Nüssen in der Schwangerschaft sich positiv auf die neuropsychologischen Ergebnisse der Nachkommen auswirkt. Die Kinder im Alter zwischen sieben und acht Jahren zeigten bessere Ergebnisse als diejenigen, deren Mütter kaum Nüsse während der Schwangerschaft konsumierten.

Bei Jugendlichen haben einige Wissenschaftler herausgefunden, dass verschiedene Arten von Nüssen den Body-Mass-Index, den BMI z-Score sowie niedrigere LDL-c und die Gesamtcholesterinwerte besonders positiv beeinflussen. Darüber hinaus wurde in einer randomisierten, kotrollierten Studie mit Paranüssen eine Verringerung des Triglyceridspiegels im Plasma bei weiblichen Jugendlichen im Vergleich zu einer Placebogruppe festgestellt.

Daten, die an Jugendlichen aus der National Health and Nutrition Examination Survey in den vereinigten Staaten analysiert wurden ergaben, dass der tägliche verzehr von Nüssen mit einem geringeren Risiko für die Entwicklung des metabolischen Syndroms und somit zur Verbesserung einiger kardiovaskulärer Risikofaktoren verbunden war.

In Bezug auf Krebs wurden nur wenige epidemiologische Studien in frühen Lebensphasen durchgeführt. In den letzten Jahrzehnten hat die Krebsinzidenz bei jungen Menschen zugenommen und es handelt sich vermutlich nicht um eine „Alterskrankheit“. Bestehende Erkenntnisse wie die „Nurses Health“- Studienhaben gezeigt, in welchem positiven Zusammenhang die Aufnahme pflanzlichem Fett, Ballaststoffen, pflanzlichem Eiweiß und Nüssen mit der Verringerung des Brustkrebsrisikos stehen. Eine laufende Studie begleitet junge heranwachsende Frauen bis nach der Menopause und untersucht hier das Ernährungsverhalten in Bezug auf ein Brustkrebsrisiko.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nüsse nährstoffreiche Lebensmittel sind, die ein großes Potenzial haben die menschliche Gesundheit zu beeinflussen, und zwar bereits in den ersten Lebensjahren, so dass sie einen wichtigen Schutzfaktor für die Gesundheit im Erwachsenenalter darstellen könnten. Es sind jedoch weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um die Beweislage zu verbessern die uns zu Schlussfolgerungen und möglichen Empfehlungen führen werden. (1)

Literaturübersicht
  1. Prof. Jordi Salas-Sal