Kerniger Rundumschutz

Studie untermauert: Nüsse sind natürliches Functional Food

Eine aktuelle portugiesisch-rumänische Studie bestätigt: Nussverzehr verlängert das Leben des Menschen, und auch die Phasen, in denen er gesund ist. Und offenbar kommt dieser Effekt auf vielfältigste Weise zustande. Denn Nüsse sind im Grunde ein Nährstoffkonzentrat, das im Körper unterschiedlichste Funktionen unterstützt.

Das Forscherteam um Daniela-Saveta Popa von der Iuliu-Hatieganu-Universität in Cluj-Napoca analysierte alle Studien des letzten Jahrzehnts, in denen der Zusammenhang von nussreicher Ernährung mit der Gesundheit von Menschen ab 55 Jahren erfasst wurde.(1) Darüber hinaus wurden auch Laborarbeiten zur chemischen Zusammensetzung und physiologischen Wirkung der Kernfrüchte analysiert, um die medizinischen Hintergründe besser verstehen zu können. Da kam dann am Ende einiges zusammen: Mehr als 200 einzelne Studien flossen so in die Übersichtsarbeit ein.

Bei deren Analyse zeigte sich, dass sich mit Nüssen gleich mehrere medizinische Kardinalprobleme unserer Zeit bewältigen lassen. So senkt der Verzehr von 30 Gramm Nüssen pro Tag Diabetesrisiko um rund 50 Prozent, betrachtet auf einen Zeitraum von vier Jahren. In einer Studie an über 16000 Diabetikern reichte der Verzehr von fünf Nussrationen wöchentlich aus, um das Risiko für einen Herz-Kreislauf-bedingten Tod um mehr als ein Drittel zu senken (2), und Übergewicht und das metabolische Syndrom kommen bei fleißigen Nussessern ebenfalls deutlich seltener vor.

Dies gilt auch für Krebserkrankungen. Egal, ob Brust-, Lungen-, Prostata-, Eierstock- und Bauchspeicheldrüsenkrebs: Wer regelmäßig Nüsse isst, hat gute Aussichten, ihnen zu entgehen. Eine Tagesdosis von 28 Gramm reicht bereits aus, um das allgemeine Krebsrisiko um 15 Prozent zu senken. Aber auch bei bereits ausgebrochenen Tumoren können Nüsse noch hilfreich sein. Ein US-Amerikanisches Forscherteam beobachtete sechseinhalb Jahre lang den Krankheitsverlauf von 826 Darmkrebs-III-Patienten, nachdem sie ihre Operation und Chemotherapie hinter sich gebracht hatten. (3) Dabei zeigte sich: Wer mindestens zwei Handvoll (rund 60 Gramm) Nüsse pro Woche verzehrte, hatte in dem Beobachtungszeitrum eine um 42 Prozent höhere Chance, dass seine Krankheit nicht wiederkehrte. Und seine Überlebensaussichten erhöhten sich sogar um 57 Prozent.

Alzheimer und andere Hirnerkrankungen zeigen ebenfalls einen Zusammenhang mit dem Nussverzehr. Ein US-amerikanisches Forscherteam begleitete über 15.000 ältere (über 70 Jahre) Frauen sechs Jahre lang mit Interviews, in denen neben den Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitsdaten auch die kognitiven Fähigkeiten abgeklopft wurden.(4) Es zeigte sich: Wer mindestens fünf Nussportionen pro Woche verzehrte, nahm seltener Antidepressiva und zeigte dafür ein höheres kognitives Leistungsvermögen.

Zudem hemmen Nüsse den Knochen- und Muskelabbau im Alter, und Mandeln senken den Harnsäurespiegel, während die Pistazie potenzschwachen Männern hilft. Nüsse haben also diverse Effekte auf die Gesundheit. Und das könne man, wie Daniela-Saveta Popa betont, „nicht durch einen besonderen Wirkstoff erklären“. Also auch nicht durch die weithin bekannten, ungesättigten Fettsäuren der Nuss. Ihre Wirkstoffe würden vielmehr, so die rumänische Pharmakologin weiter, auf besondere Weise zusammenarbeiten. Dies gelte vor allem im Hinblick auf entzündungshemmende und antioxidative Effekte, die beim Anti-Aging, also beim Verzögern von degenerativen Prozessen eine zentrale Rolle spielen. „Nüsse sind Functional Food“, erklärt Popa. Nur eben nicht verpackt in Pille oder Kapsel, sondern in einer Schale, wie sie natürlicher nicht sein kann.

Literaturübersicht
  1. Rusu, ME u.a., Health Benefits of Nut Consumption in Middle-Aged and Elderly Population, Antioxidants 2019, 8, 302; doi:10.3390/antiox8080302
  2. Liu G u.a, , Nut Consumption in Relation to Cardiovascular Disease Incidence and Mortality Among Patients With Diabetes Mellitus, Circ Res. 2019 Mar 15;124(6):920-929. doi: 10.1161/CIRCRESAHA.118.31431
  3. Fadelu, T u.a., “Nut Consumption and Survival in Patients with Stage III Colon Cancer”, J Clin Onc, 36(11); 2018; doi: 10.1200/JCO.2017.75.5413
  4. O’Brian, J u.a., “Long-term intake of nuts in relation to cognitive function in older women”, J Nutr Health Aging. 2014; doi: 10.1007/s12603-014-0014-6