Nüsse als Teil der Vorsorge gegen wiederkehrende Krebserkrankungen

Krebs ist weltweit als die zweithäufigste Todesursache bekannt seit die „International Agency for Research on Cancer (IARC)“ im Jahr 2012 von rund 14 Millionen neuen Krebserkrankungen berichtete, sowie 8.201.600 durch Krebs bedingte Krebstodesfälle meldete. Das Interesse an der Entwicklung wirksamer Präventionsstrategien hat sich dadurch dramatisch erhöht.

Krebs beschreibt eine Vielzahl von Krankheiten, die verschiedene Organe betreffen und deren Entstehung von verschiedenen Faktoren bestimmt wird. Daher kann sich die Voraussage über die Wahrscheinlichkeit an den verschiedenen Krebsarten zu erkranken, unterscheiden. Krebs ist durch einen Verlust der genetischen Kontrolle über das Zellwachstum und die Zellproliferation gekennzeichnet (2).

Dieser Verlust wurde jahrelang genetischen und erblichen Faktoren zugeschrieben, während heute bekannt ist, dass Umweltfaktoren und insbesondere Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität und Übergewicht eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Krankheit spielen (3).

Im Rahmen der Ernährung kann eine große Anzahl von Ernährungs- und Nahrungsmittelbestandteilen, wie Pflanzenprotein, einfach ungesättigten Fettsäuren, Vitamin E, phenolischen Verbindungen, Selen, Pflanzenfasern, Folsäure und Phytoöstrogenen, spezifische auf krebsbezogene Prozesse beeinflussen. Dazu gehört z.B. die Regulation der Zelldifferenzierung und -proliferation, die Reduktion der Tumor-Initiierung und -promotion, der DNA-Schutz und Regulation von Immun- und Entzündungsreaktionen (4).

Nüsse sind besonders reich an diesen und anderen interessanten Nährstoffen mit der Fähigkeit, die Gesundheit positiv beeinflussen zu können. Tatsächlich wurde beobachtet, dass der regelmäßige Verzehr von Nüssen im Rahmen einer gesunden Ernährung das Risiko einen Typ-2-Diabetes und das metabolische Syndrom zu entwickeln, senkt. Die Insulinresistenz wird verbessert.

Typ-2-Diabetes und das metabolische Syndrom sind Faktoren, welche mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Krebs sowie wiederholten Krebserkrankungen verbunden sind (5).

Daher könnte der Verzehr von Nüssen eine wichtige Rolle in der primären Krebsprävention spielen.

Dennoch ist die Datenlage in Bezug auf die Ernährung von Krebsüberlebenden im Vergleich zu der primären Krebsprävention eher begrenzt. Studien unter diesen Patienten haben meist gezeigt, dass die Einhaltung gesunder Ernährungsmuster für die Krebsüberlebensrate, die allgemeine und die krebsspezifische Sterblichkeit günstig sind (6). Solche gesunden Ernährungsmuster, wie die mediterrane Diät, sind durch häufigen Verzehr von Obst, Gemüse, Nüssen, Vollkornprodukten, magerem Fleisch und Hülsenfrüchten gekennzeichnet. Sie enthalten keine fettreichen, stark zuckerhaltigen Lebensmittel, kein rotes und verarbeitetes Fleisch, während Alkohol und bestimmte Nährstoffe (d.h. Ballaststoffe und Fett) in Maßen verzehr werden. Diese Beobachtungen wurden insbesondere bei bestimmten Krebssubtypen wie Brust-, Prostata- und Darm- / Dickdarmkrebs gemacht (8).

Obwohl diese Hinweise in den von der „American Cancer Society“ im Jahr 2012 veröffentlichten Ernährungsempfehlungen für Krebsüberlebende enthalten sind (9), fehlen spezifische Informationen über Nussverzehr in der Prävention von wiederkehrenden Krebserkrankungen in diesen Leitlinien.

In der Tat haben nur sehr wenige Studien den Zusammenhang zwischen dem erneuten Auftreten einer Krebserkrankung und der Sterblichkeit in Bezug auf die Häufigkeit des Nussverzehrs bei Krebspatienten untersucht (10-12).

Im Jahr 2016 untersuchten Wang und Mitarbeiter bei 4.346 Angehörigen der Gesundheitsberufe (aus der Follow-up-Studie "Health Professionals"), bei denen Prostatakrebs diagnostiziert wurde die Zusammenhänge zwischen der Häufigkeit des Nussverzehrs und dem Wiederauftreten von Krebs und der damit verbundenen Sterblichkeit. Die Autoren beobachteten, dass diejenigen Prostatakrebspatienten, die nach der Diagnose fünf oder mehr Portionen pro Woche (28 g / Portion) Nüsse zu sich nahmen, ein um 34% niedrigeres Sterberisiko hatten als jene, die weniger als 28g Nüsse pro Monat Nüsse verzehrten.

Bemerkenswert ist es, dass dieses Ergebnis sowohl für Erdnüsse als auch für andere Nusssorten gilt, und zwar unabhängig von dem Nussverzehr vor der Prostatakrebsdiagnose.

Dieser Befund stimmt mit dem einer anderen Studie in der gleichen Patientenkohorte überein, in der der Verzehr von einer Portion Nüssen pro Tag nach einer Prostatakrebsdiagnose, ein 18% geringeres Risiko für tödlich verlaufenden Prostatakrebs zeigte (10).

Eine weitere Studie, die kürzlich im Jahr 2018 veröffentlicht wurde (12), die 826 Darmkrebspatienten im fortgeschrittenen Stadium nach Chemotherapie umfasste, berichtete über positive Zusammenhänge zwischen Nussverzehr und dem Überleben von Krebs und erneuter Krebserkrankung. Diese Ergebnisse gelten für Baumnüsse, nicht aber für Erdnüsse.

Nach Sichtung und Bewertung vieler Sachverhalte zeigten die Autoren, dass die Teilnehmer, die zwei oder mehr Nuss-Portionen pro Woche nach einer Krebsdiagnose verzehrten, im Vergleich zu Nichtkonsumenten ein um 42% niedrigeres Risiko für ein Wiederauftreten von Krebs oder den Tod durch Krebs hatten. Ebenso hatten die Nusskonsumenten ein um 57% geringeres Risiko an einer anderen Ursache zu sterben.

Insgesamt sind die aktuellen wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Nüssen und dem Überleben einer Krebserkrankung oder dem Sterben daran begrenzt und beziehen sich hauptsächlich auf sehr wenige Krebsarten.

Die günstigen Auswirkungen des häufigen Verzehrs von Nüssen auf den Verlauf einer Krebserkrankung sind jedoch offensichtlich.

Zukünftige Studien zu diesem Thema sollten sich darauf konzentrieren, die mögliche Rolle des Nussverzehrs bei einer Vielzahl von Krebsarten zu untersuchen (8). So könnten mehr Patienten von dem Nutzen der Nüsse in ihrer Ernährung profitieren. Darüber hinaus ist es notwendig, die möglichen positiven Auswirkungen der unterschiedlichen Nuss-Arten bei Krebspatienten in verschiedenen Ländern zu untersuchen, um diese wissenschaftlichen Informationen in klinische Leitlinien für onkologische Patienten aufnehmen zu können.

Häufiger Nusskonsum scheint eine vielversprechende Maßnahme zu sein, die das Wiederauftreten von Krebs verhindert und deshalb weitere und eingehende Untersuchungen verdient.

„Nuts as part of cancer recurrence prevention“, Prof. Jordi Salas-Salvado in Nutfruit magazine July 2018, Seite 38-39

Literaturübersicht
  1. Ferlay, J. et al. Cancer incidence and mortality worldwide: Sources, methods and major patterns in GLOBOCAN 2012, lilt. J. Cancer 136, E359-E386 (2015).
  2. World Health Organization. World Health Organization, Fact Sheet February 2018. Available at: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs297/en/. (Accessed: 16th April 2018).
  3. Anand, P. et al. Cancer is a preventable disease that requires major lifestyle changes. Pharm. Res. 25,2097-2116 (2008).
  4. Gonzalez, C. A. & Saias-Salvado, J. The potential of nuts in the prevention of cancer. Br. J. Nutr. 96,87-94 (2006).
  5. Ros, E. Health benefits of nut consumption. Nutrients 2,652-682 (2010).
  6. Meyerhardt, J. A. et al. Association of dietary patterns with cancer recurrence and survival in patients with stage III colon cancer. Jama 298,754-764 (2007).
  7. Meyerhardt, J. A. etal. Dietary glycemic load and cancer recurrence and survival in patients with stage III colon cancer: Findings from CALGB 89803. J. Natl. Cancer Inst. 104,1702-1711 (2012).
  8. Jochems, S. H. J. et al. Impact of dietary patterns and the main food groups on mortality and recurrence in cancer survivors: a systematic review of current epidemiological literature. BMJ Open 8,e014530 (2018).
  9. Rock, C. L, etal. Nutrition and physical activity guidelines for cancer survivors. CCA Cancer J. Clinicians 62,242-274 (2012).
  10. Richman, E. et al. Fat intake after diagnosis and risk of lethal prostate cancer and all-cause mortality. JAMA Intern. Med 173,1318-1326 (2013).
  11. Wang, W. et al. Nut consumption and prostate cancer risk and mortality. Br. J. Cancer 115,371 -374 (2016).
  12. Fadelu, T. etal. Nut Consumption and Survival in Patients With Stage III Colon Cancer: Results From CALGB 89803 (Alliance). J. Clin. Oncol. 36,1112-1120 (2018).