Weniger Taille und Körperfett dank Mandeln

Weniger Kilos, weniger Taille und weniger Fette in den Adern – normalerweise denkt man bei diesen Zielen an harte Diäten und ebenso hartes, Schweiß treibendes Körpertraining. Doch bis zu einem gewissen Grad kann auch der regelmäßige Verzehr von Mandeln dazu beitragen.

Ein südkoreanisches Forscherteam teilte seine 85 Probanden in zwei Gruppen auf: Die Mitglieder der einen Gruppe sollten entsprechend ihrer Körpermaße eine kohlenhydratreiche Standardkost verzehren, während in der anderen Gruppe zwar die gleiche Kalorienmenge verzehrt wurde, von der jedoch ein Teil durch 56 Gramm Mandeln täglich ersetzt wurde. Die Diät ging über 20 Wochen, danach wurden bei den Probanden die Blutfettwerte und ihr Blutdruck sowie ihre Körperzusammensetzung und ihr Taille-Umfang gemessen (1).

Es zeigte sich, dass der Taillenumfang der Mandelesser nach den fünf Monaten um rund 1,2 Zentimeter niedriger war als zum Anfang der Studie, im Unterschied zu gerade mal 0,25 Zentimetern in der Kontrollgruppe. Deren Mitglieder brachten zudem rund ein Kilogramm mehr auf die Waage – und davon waren fast 0,7 Kilogramm Fettgewebe, das hingegen in der Mandelgruppe sogar um durchschnittlich 120 Gramm abgenommen hatte.

Noch größer waren die Unterschiede aber bei den Blutfettwerten. Der Cholesterinwert sank in der Mandelgruppe um fast 18 mg/dL, während die Kontrollesser dort nicht einmal die Hälfte davon, nämlich acht mg/dL gut machen konnten. Bei der Senkung des besonders gefährlichen LDL-Cholesterins fiel der Unterschied sogar noch ein wenig deutlicher aus. Der diastolische (unter) Blutdruck der Mandelesser sank um fast 1,5 mmHg, während er in der Kontrollgruppe sogar um 0,5 mm/Hg anstieg.

Die koreanischen Studienergebnisse bestätigen die Arbeiten anderer Forscher, in denen sich bereits die Mandeln als effektive Modulatoren des Stoffwechsels herausgestellt haben. So ließ ein iranisches Forscherteam seine 30 Probanden vier Wochen lang 60 Gramm Mandeln pro Tag essen (2), und im Anschluss daran waren nicht nur deren Blutfettwerte, sondern auch der oxidative Stress in ihren Blutgefäßen deutlich zurückgegangen. Mit anderen Worten: Neben den Blutfetten selbst hatte auch ihre Neigung abgenommen, an den Arterienwänden zu oxidieren und entsprechend zu verklumpen, was ja mittlerweile als Hauptursache für Arteriosklerose und Folgeerkrankungen wie den Herzinfarkt gesehen wird.

Studienleiter Beman Jalali-Khanabadi vermutet als Ursache für diesen Effekt, dass Mandeln – ähnlich wie Kakao und grüner Tee – sehr viele Catechine enthalten. Deren antioxidative und lipidsenkende Kraft ist schon länger bekannt. Möglich wäre aber auch der Einfluss von Vitamin E. Als spezielles Antioxidans für Cholesterin und andere Fettverbindungen besitzt es enormen Möglichkeiten bei Hyperlipidämie, und 100 Gramm Mandeln beherbergen von ihm 26 Milligramm. Das ist deutlich mehr, als man etwa in Eiern (3,0 mg) findet.

Literaturübersicht
  1. Liu, Y u.a., „Time and Intervention Effects of Daily Almond Intake on the Changes of Lipid Profile and Body Composition Among Free-Living Healthy Adults”, J Med Food 21(4); 2018; doi: 10.1089/jmf.2017.3976. Epub 2018 Jan 9.
  2. Jalali-Khanabadi BA, “Effects of Almond Dietary Supplementation on Coronary Heart Disease Lipid Risk Factors”, J Altern Com Med 2010, 16(12): 1279-83