Walnüsse machen Diäten noch gesünder

In den letzten Jahren verdichten sich die wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Walnüsse im Rahmen einer Reduktionsdiät eingesetzt werden können. Eine aktuelle Studie bestätigt nun diese Einschätzung. Demnach unterstützen Walnüsse nicht nur das Abspecken, sondern auch den positiven Effekt einer Diät auf Blutdruck und Cholesterinspiegel.

Ein Forscherteam der University of California setzte hundert übergewichtige Frauen und Männer entweder auf eine standardmäßige Reduktionsdiät mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn, oder aber auf einen kalorienreduzierten Speiseplan, in dem rund 15 Prozent der Energie über den Verzehr von Walnüssen erzielt wurde (1). Im Ergebnis sechs Monate später zeigte sich, dass beide Gruppen durchschnittlich neun Prozent Körpergewicht verloren hatten. Doch nur bei den Walnuss-Essern konnte man auch eine Senkung von Blutdruck und Cholesterinspiegeln beobachten. Ihr Gesamtcholesterinwert sank von 203 auf 194 mg/dL und der LDL-Cholesterinwert (LDL gilt als besonders gefäßschädigende Cholesterinfraktion) von 121 auf 112 mg/dL.

Was aber durch den Walnussverzehr nicht absank: Der Gamma-Tocopherol-, also der Vitamin-E-Spiegel der Probanden. „Offenbar minimieren Walnüsse das bei Diäten typischerweise auftretende Vitamin-E-Defizit“, betont Studienleiterin und Ernährungswissenschaftlerin Cheryl Rock. Was nicht nur am hohen Vitamin-E-Wert der Nüsse liegen dürfte, sondern auch daran, dass sie mit ihren ungesättigten Fettsäuren das ideale Lösungsmittel für dieses Vitamin mitliefern.

Schon Anfang der 90er entdeckte man in epidemiologischen Erhebungen bei regelmäßigen Nussessern einen niedrigeren BMI (Body Mass Index) als bei Nuss-Verweigerern. Seitdem haben sich nicht zuletzt die Walnüsse als regelrechte „Diät-Booster“ herausgeschält, und ein Forscherteam um Jordi Salas von der Universität Rovira i Virgili hat mittlerweile auch eine physiologische Erklärung dafür gefunden (2).

Die spanischen Wissenschaftler verabreichten 29 gesunden Männern drei Mahlzeiten, die einerseits den gleichen Kaloriengehalt und die gleiche Zusammensetzung an Makronährstoffen (50 Prozent Fett, 10 Prozent Eiweiß, 40 Prozent Kohlehydrate) hatten, andererseits aber ihre Fette überwiegend aus unterschiedlichen Quellen bezogen, nämlich entweder aus Walnüssen, aus Olivenöl oder aber aus Milchprodukten. Danach erhob man per indirekter Kalorimetrie, also durch eine Messung des Sauerstoffverbrauchs die Körperwärme der 18 bis 30 Jahre alten Versuchsteilnehmer. Sie entwickelten unter Olivenöl 23 Prozent und als Walnuss-Esser sogar 28 Prozent mehr Körperwärme als nach dem Verzehr der Milchprodukte. Walnüsse erhöhen also die Körpertemperatur – und insofern dafür ja Energie aufgewendet werden muss, regen sie auch den Kalorienverbrauch an.

Mögliche Ursache für den Temperaturanstieg könnte sein, dass ungesättigte Fette das sympathische Nervensystem stärker aktivieren als ihre gesättigten Pendants, mit der Folge, dass der Körper mehr auf Aktivität (wie etwa eine Erhöhung der Muskelspannung) „umgeschaltet“ wird – und dabei entsteht, wie bei einem Motor auf Hochtouren, auch reichlich Wärme (3). Ein weiterer Erklärungsansatz: Ungesättigte Fette aktivieren den so genannten „Peroxisom-proliferator-aktivierten Rezeptor-Alpha“. Es handelt sich dabei eine chemische Wahrnehmungszelle, die nicht nur in der Leber, sondern auch im braunen Fettgewebe und in der Muskulatur zu finden ist. Wird sie aktiviert, kommt es zu einer stärkeren Thermogenese.

In jedem Falle machen Nüsse tatsächlich „warm ums Herz“. Nicht umsonst wurden sie schon in der Steinzeit als Nahrungsmittel für kalte Zeiten eingesetzt. Die frühsten Spuren dazu sind knapp 9000 Jahre alt und finden sich auf den Hebriden-Inseln vor der Nordwestküste Schottlands (4). Und so wie es aussieht, musste niemand der steinzeitlichen Nusskonsumenten befürchten, sich wegen seiner Vorliebe mit Übergewicht herumplagen zu müssen.

Literaturübersicht
  1. Rock C et al, “Walnut Consumption in a Weigh Reduction Intervention: Effects on Body Weight, Biological Measures, Blood Pressure and Satiety”, Nutrition Journal, 2017, 16(1)
  2. Casa-Agustench P et al, “Acute effects of three high-fat meals with different fat saturations on energy expenditure, substrate oxidation and satiety”, Clinical Nutrition, 2009, 28
  3. Matsuo, T et al, “Sympathetic activity is lower in rats fed a beef tallow diet than in rats fed a safflower oil diet”, Metab Clin Exp, 1995, 44
  4. Salas-Salvado, J, „Cultural and historical aspects of Mediterranean nuts with emphasis on their attributed healthy and nutritional properties”, Nutrition, Metabolism & Cardiovascular Diseases, 2011, 21