Positive Beeinflussung der Bakterienzusammensetzung im Darm durch Mandeln, Mandelhäute und Pistazien

Unter Präbiotika werden Bestandteile von Lebensmitteln verstanden, die vom Menschen selber nicht verdaut werden können, allerdings das Wachstum sowie die Aktivität von Bakterienarten im Dickdarm verändern können. Die Mikrobiota, also die Gesamtheit der den menschlichen Darm besiedelnden Mikroorganismen, hat Einfluss auf die Gesundheit des Menschen. Der regelmäßige Konsum von Mandeln und Pistazien könnte dabei helfen, die Zusammensetzung dieser Mikroorganismen über die Ernährung in eine Richtung zu lenken, die gesundheitsfördernde Effekte mit sich bringt. Beispielsweise kommt es vor allem durch Bakterien der Gattung der Eubakterien im Dickdarm zur Bildung der kurzkettigen Fettsäure Butyrat, welche schützende Effekte in der Entstehung von Dickdarmkrebs aufweist. In zwei aktuellen Studien wurden mögliche Einflüsse von Mandeln, Mandelhäuten sowie Pistazien auf die Zusammensetzung der Darmmikroorganismen und die sich dadurch möglicherweise ergebenden positiven gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen untersucht.

In der ersten dieser beiden Studien (1), einer Interventionsstudie mit 48 gesunden Probanden, konsumierten diese über einen Zeitraum von sechs Wochen täglich entweder 56g geröstete Mandeln oder 10g Mandelhäute. Um mögliche Effekte des Konsums auf die Darmmikrobiota aufzuzeigen, wurden zu Beginn der Studie, nach einer, drei und nach sechs Wochen Stuhlproben der Probanden auf die Mikrobiotazusammensetzung und die Aktivität dieser untersucht. Nach sechs Wochen zeigte sich in den Proben der Personen, die täglich Mandelhäute oder Mandeln zu sich genommen hatten eine deutliche Erhöhung von Bifidobakterien und Lactobacillen, welchen positive gesundheitliche Wirkungen zugesprochen werden. Nicht nur die Zusammensetzung, sondern auch die enzymatische Aktivität der Darmmikrobiota wurde durch die Intervention beeinflusst. Hier kam es zu einem deutlichen Anstieg der ß-Galaktosidaseaktivität, einem Enzym mit positiven Auswirkungen auf die Darmgesundheit, das hauptsächlich von Bifidobakterien und Lactobacillen synthetisiert wird. Des Weiteren zeigten sich verminderte Aktivitäten der Enzyme β-Glucuronidase, Nitroreduktase und Azoreduktase, welche von eher schädlichen Bakterien, wie Clostridium oder Shigella synthetisiert werden. Diese Veränderungen führen zu der Annahme, dass durch den Konsum von Mandeln und Mandelhäuten die Produktion gesundheitsschädlicher Stoffe im Dickdarm herabgesetzt werden kann.

In einer weiteren Studie (2) wurde untersucht, ob die tägliche Aufnahme von insgesamt 42,5g oder 85g Mandeln (18 Probanden) oder Pistazien (16 Probanden) über einen Zeitraum von drei Wochen, einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Mikrobiota hat. Hierfür wurden ebenfalls zu Beginn und nach drei Wochen Stuhlproben der Teilnehmer gesammelt und die Mikrobiotazusammensetzung darin analysiert. Ukhanova und Kollegen konnten zeigen, dass es vor allem in den Personen, die täglich Pistazien zu sich nahmen, zu einer erhöhten Anzahl an Butyrat-produzierenden Bakterien im Darm kam. Da Butyrat die Dickdarmzellen davor schützt, zu Krebszellen zu entarten, kann eine Vermehrung Butyrat-produzierender Mikroorganismen als positiv für die Aufrechterhaltung der Darmgesundheit angesehen werden.

In beiden Studien zeigt sich, dass der Konsum dieser Nusssorten einen Einfluss auf die Zusammensetzung und Aktivität der Darmmikrobiota hat. Mandeln, Mandelhäute und Pistazien enthalten nennenswerte Mengen an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Beide

Forschergruppen gehen davon aus, dass gerade diese Inhaltstoffe für die präbiotischen Effekte dieser Sorten verantwortlich sind.

Literaturübersicht
  1. Ukhanova et al. (2014): Effects of almond and pistachio consumption on gut microbiota composition in a randomized cross-over human feeding study. British Journal of Nutrition, 111, 2146-2152.
  2. Yiu et al. (2014): Prebiotic effects of almonds and almond skins on intestinal microbiota in healthy adult humans. Anaerobe 26,1-6.