Positive Einflüsse auf kardiovaskuläre und metabolische Risikofaktoren in übergewichtigen und adipösen Erwachsenen durch Mandelkonsum

Der Einfluss von Mandeln auf Herzkreislauferkrankungen, die Körperzusammensetzung, das viszerale Fettgewebe und den Blutdruck in übergewichtigen und adipösen Erwachsenen wurde in zwei aktuellen Studien untersucht. Diese sind bisher noch nicht in einer Peer-Review-Zeitschrift veröffentlicht, wurden aber kürzlich im Rahmen der Experimental Biology 2016 bei den wissenschaftlichen Tagungen und der Jahresversammlung der American Society of Nutrition vorgestellt.

Die Teilnehmer der Studie von Dhillon und Mattes (1) führten eine 12-wöchige energiereduzierte Diät durch, die entweder nussfrei oder mit Mandeln angereichert war. Die Mandeln wurden als geröstete und leicht gesalzene Mandeln in die jeweilige Diät integriert und machten 15% der täglich zugeführten Nahrungsenergie aus.

Die Teilnehmer beider Studiengruppen verloren Körpergewicht, Körperstammfett, Gesamtfett und Bauchfett (viszerales Fett). Zudem wiesen alle einen verringerten systolischen Blutdruck verglichen mit den Ausgangswerten zu Beginn der Studie auf. In der Gruppe, die Mandeln konsumiert hatte, verringerten sich das Körperstammfett und die Gesamtfettmasse stärker verglichen mit der Gruppe, die keine Mandeln zuführte. Hinsichtlich des viszeralen Fettgewebes zeigte sich ein Trend hin zu einem größeren Verlust in der Mandeln-konsumierenden Gruppe im Vergleich zur Gruppe ohne Mandeln in ihrer Diät.

In der weiteren vorgestellten Studie von Lee et al. (2) wurden die alleinigen Effekte von Mandeln oder von Mandeln in Kombination mit dunkler Schokolade und natürlichem Kakao innerhalb einer durchschnittlichen amerikanischen Ernährung (bestehend aus 49 % Kohlenhydraten, 17 % Protein, 34 % Fett, 13 % gesättigte Fettsäuren) untersucht. Es handelte sich um eine Cross-over-Studie, bei der jeder Teilnehmer jede der vier Diäten für je 4 Wochen konsumierte (Gruppe 1: normale amerikanische Diät; Gruppe 2: Diät mit 42,5 g Mandeln; Gruppe 3: Diät mit Schokolade und natürlichem Kakao und Gruppe 4: Schokolade/natürlicher Kakao und Mandeln). Sowohl in der Gruppe mit 42,5 g Mandeln pro Tag als auch in der Gruppe, die Mandeln und Schokolade konsumierte, kam es im Vergleich mit den anfänglichen Werten zu verminderten Gesamt- und LDL-Cholesterolkonzentrationen. Im Vergleich zur normalen, nicht angereicherten Diät war die Erniedrigung der Gesamt- und LDL-Cholesterolkonzentrationen in der Mandelgruppe stärker ausgeprägt. Die Kombination aus Schokolade und Mandeln zeigte genauso positive Effekte auf die HDL-Cholesterolkonzentration wie Schokolade alleine. Verglichen mit der Mandel- und Schokoladen-freien Gruppe zeigte sich in der kombinierten Gruppe ein stärkerer Anstieg des HDL-Cholesterols. Niedrige HDL-Cholesterol-Werte sind mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen verbunden, so dass höhere Werte hier einen Schutz bieten können.

Auch das Insulin im nüchternen Zustand und die Insulinresistenz wurden untersucht. Beide Parameter verringerten sich in den drei angereicherten Diätgruppen. In der Mandelgruppe verringerte sich auch die Nüchternglucosekonzentration.

Die Ergebnisse dieser beiden Studien unterstreichen das positive Potential eines Mandelkonsums hinsichtlich kardiovaskulärer und metabolischer Risikofaktoren in übergewichtigen und adipösen Erwachsenen. Als mögliche Gründe für diese Effekte werden von den Autoren der hohe Anteil an Proteinen und einfach ungesättigten Fetten, ihr hoher Anteil an dem blutdrucksenkenden Peptid Arginin und weitere bioaktive Inhaltsstoffe diskutiert.

Literaturübersicht
  1. Jaapna Dhillon and Richard Mattes. Effects of an Almond-Enriched Energy Restricted Diet on Body Composition, Visceral Adipose Tissue and Blood Pressure in Obese Adults. April 2016, The FASEB Journal vol. 30 no. 1 Supplement 146.8
  2. Yujin Lee, Claire Berryman, Sheila West, C.-Y. Oliver Chen, Jeffrey Blumberg, Amy Preston, Karen Lapsley, Jennifer Fleming and Penny Kris-Etherton. Effects of polyphenolic-rich dark chocolate and almonds on cardiovascular risk factors in overweight and obese adults. April 2016, The FASEB Journal vol. 30 no. 1 Supplement 293.1